25. Kongreß von Frauen in Naturwissenschaft und Technik

13. - 16. Mai 1999 in Darmstadt 
(Himmelfahrtswochenende)


Programm


 


IngenieurInnenarbeit ist teilbar 
Heike Hengstenberg 
Freitag, 9.00 - 10.30 (Vortrag) 
Die Arbeitsbedingungen von IngenieurInnen lassen sich durchaus (anders) gestalten - nämlich so, daß beide Geschlechter auch eine weiterhin verantwortungsvolle und qualifizierte Tätigkeit in diesem Berufsfeld mit anderen Lebensinteressen und - Verpflichtungen vereinbaren können. Die bisher vorherrschenden Arbeitsbedingungen in IngenieurInnenberufen sind kein Sachzwang. Im Gegenteil: Eine veränderte Gestaltung der IngenieurInnenarbeit zugunsten ihrer verbesserten Vereinbarkeit mit anderen Lebensinteressen trägt dazu bei, diese Arbeit zu optimieren. Eine dauerhafte Vereinbarung erfordert eine Begrenzung und flexible Reduzierung der Arbeitszeit. Dies setzt jedoch in erster Linie die Teilbarkeit von IngenieurInnenarbeitsplätzen voraus, sowohl der Aufgaben- als auch der Verantwortungsbereiche. Daß veränderte Aufgabenzuschnitte nicht zwangsläufig zu Dequalifizierung, eingeschränkten Handlungsspielräumen und beruflichem Abstieg führen müssen, ist Thema des Vortrags.
Das "weibliche Gehirn" im Kontext 
Margarete Maurer 
Zeit noch nicht genannt (Vortrag) 
An exemplarischen Beispielen wird untersucht, in welchem Kontext und nach welchen Richtungen die erstaunlich konzentrierte Erforschung des weiblichen Gehirns (als Gegensatz zum männlichen entworfen) vom 19. Jahrhundert an bis in die 90er Jahre des 20. sich entwickelt hat. Welche Rolle spielten dabei die Bedürfnisse und Interessen von Fachdisziplinen, welche sich in einem spezifischen gesellschaftlichen Kontext erst etablieren und ihre Existenzberechtigung gesellschaftlich beweisen mußten? Wie hing die Entwicklung der wissenschaftlichen Fragestellungen mit den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen der Zeit zusammen, speziell mit denen um den Zugang von Frauen zu Bildung, zu qualifizierten Berufen und zum Wahlrecht? Wie verqickten/vermengten/vermischten sich kulturelle Werthaltungen, tradierte Naturphilosophien, Geschlechtstheorien, und methodologische und konzeptuelle Entwicklungen der naturwissenschaftlich orientierten Erforschung des Gehirns, welcher es um das Verständnis des "Verhältnis von Geist und Körper \212 Im einzelnen \212 um die Aufklärung der physiologischen Grundlagen kognitiver Fähigkeiten" (Florey) ging? Aufgrund welcher Befunde wird in der Hirnforschung überhaupt - historisch und heute - von einem "weiblichen" (und "männlichen") Gehirn gesprochen? Wie sind diese Befunde zu bewerten? Wie stellt sich die Sprechweise "das weibliche Gehirn" - bzw. / damit verbunden / die Behauptung eines Geschlechtsdimorhphismus des Gehirns - aus der Sicht biologischer Definitionen von "Geschlecht" dar? Welche kulturellen Kontexte (z.B. Bewertungen von "rechts" - "links", oder der Geschlechterkampf als solcher) sind damit verbunden, und welche Konvergenz der Diskussion und Erweiterung der naturwissenschaftlichen Konzepte ergibt sich zu modernen Strömungen der Sozial- und Kulturwissenschaften, speziell der Genderforschung? Der erste Teil des Vortrags beinhaltet die Darstellung und Analyse eines wichtigen Teils der Geschichte der modernen Hirnforschung, und zwar sowohl des wissenschaftlichen mainstreams als auch der "Minderheiten"-Positionen. Der zweite Teil des Vortrags versucht, Konzepte unterschiedlicher biologischer Disziplinen, welche - wie Hirnforschung, Genetik, und Endokrinologie - zur Definition und wissenschaftlichen Konstruktion des Geschlechterkonzeptes beigetragen haben, aus diesem Kontext heraus zu verstehen und - kritisch - zu würdigen sowie aus der Sicht der Frauenforschung zu bewerten.
Webwomen - Mehrwert im Web: Erfahrungen als Teilnehmerin einer amerikanischen Frauen-Mailingliste
Karin Wunderlich 
Samstag, 9.00 - 10.30 (Vortrag) 
Amerikanische Frauen sind anders - ihre Situation scheint aber oft erschreckend ähnlich. Welche Bedürfnisse sie haben, welche Probleme sie bewegen, welche Lösungen sie diskutieren, um Mehrwert über das WorldWideWeb zu schaffen und welche Mittel dabei Internet und WWW zur Verfügung stellen, das wird deutlich im Vortrag mit anschließender Diskussion. Karin Wunderlich ist bei LF.net Stuttgart, einem regionalen Internetprovider, verantwortlich für Mitarbeitertraining und Kundenschulung. Außerdem ist sie Dozentin bei der Frauencomputerschule Reutlingen - Frau und Technik e.V.
"Ich bin auch ein Mensch!!" - Die Bedeutung von Menschenrechten und dem Recht auf weibliche Selbstbestimmung für Bewältigungsprozesse nach einer Vergewaltigung 
Heynen Susanne, Diplom-Psychologin, Ergotherapeutin 
Freitag, 9.00 - 10.30 (Vortrag)
In dem Vortrag geht es um den Wert der Menschenrechte von Frauen und Mädchen, d.h. unser Recht auf Selbstbestimmung und Integrität im öffentlichen und privaten Raum. Sehr viele Frauen erfahren ein Höchstmaß an Traumatisierung und Mißachtung ihres Selbstwertes durch eine Vergewaltigung. Trotz der damit verbundenen hohen persönlichen und gesellschaftlichen Kosten findet eine Skandalisierung von Männergewalt gegen Frauen nur statt, wenn sie sich gegen fremde Opfer im öffentlichen Raum richtet. Im privaten Raum sind Menschenrechte von Frauen und weibliche Selbstbestimmung nach wie vor wenig wert. Das hat Gründe, und zwar nicht nur für Männer, sondern auch für Frauen. Ich werde ausgehen von aktuellen Studien und einer eigenen Untersuchung, Forschungsergebnisse und Überlegungen vorstellen, die ich gerne mit den Teinehmenden diskutieren möchte: Dabei stehen vor allem die Auswirkungen einer fehlenden Anerkennung von Unrecht und Schaden, entstanden durch eine Vergewaltigung, für individuelle und kollektive Bewältigungsprozesse im Vordergrund, und zwar im Hinblick auf a) Prävention sexualisierter Gewalt b) Soziale Unterstützung und Traumaverarbeitung nach einer Vergewaltigung c) Institutionell-gesellschaftliche Reaktionen auf Männergewalt gegen Frauen und Mädchen.
Es bedient Sie Frau Prof. Dr.... 
Astrid Leder-Pettirsch und Dagmar Wenzel
Freitag, 14.00 - 17.30 (Workshop) 
Vom Problem der Überqualifizierung, ein Workshop für die studierte Hausfrau, die promovierte Kellnerin und andere interressierte Frauen Wir leben in einem Land mit hohem Ausbildungsniveau. Allerdings ist bei hoher Arbeitslosigkeit auch die der AkademikerInnen verhältnismäßig hoch. Somit ist längst nicht mehr gewährleistet, daß eine gute Ausbildung auch einen adäquaten Arbeitsplatz garantiert. In diesem Workshop interressieren uns folgende Fragen: Wie gehe ich selbst als Betroffene mit der Situation um? Wie reagieren Freunde und Be kannte, wie die Gesellschaft? Welche Konsequenzen hat es für mich persönlich und für die Gesellschaft? Ist dieses Qualifizierungsproblem für Männer gravierender als für Frauen, da Frauen schon immer unbezahlt Reproduktionsarbeit leisten? Wie wird Arbeit bewertet? Dürfen wir uns als Frauen mit hohem Ausbildungsniveau mit dem "Spatz in der Hand" zufriedengeben? Gibt es Auswege und wenn ja welche? Wir sind uns darüber bewußt, daß es keine Patentlösungen gibt und auch nicht geben kann, aber vielleicht gibt es eine Klärung der Standpunkte, so daß wir besser mit unserer Situation, mit unserem Frust umgehen können. 
Do what makes your heart sing! Eine mehr als private Seite des Frauenmehrwertes
Kathrin Gargulla
Freitag, 11.00 - 12.30 (Vortrag)
Das Universum baut sich buchstäblich um,um deiner Sicht von Realität zu entsprechen. Wie bitte??! Das geht doch wirklich ein bißchen weit! Ja genau, und jetzt wird's wunderbar, traumhaft, himmlisch! Laßt uns ein faszinierendes Experiment wagen, spielerisch und scharfsinnig, (psycho)logisch und persönlich, konzentriert und kontemplativ, intensiv und intuitiv, entlarvend und ermutigend, aufrichtig und achtsam. Gern gesehene Mitbringsel:
  •  Begeisterungsfähigkeit für neue und ungewöhnliche Blickwinkel 
  • gute Beobachtungsgabe und Konzentration 
  • Mut, ins eigene Herz zu schauen 
  • Wunsch, die eigene Wahrnehmung zu verfeinern 
  • Sehnsucht nach einem Leben in Freiheit und Fülle. 
Bitte kommt rechtzeitig - wir brauchen die ganze Zeit und Ihr verpaßt sonst das Angenehmste, und das wäre einfach schade. 
Ansätze Feministischer Technikgestaltung Gemeinsame Erarbeitung eines "Lastenheftes"
Prof. Dr. -Ing. Moniko Greif + Dr.-Ing. Kira Stein 
Samstag, 11.00 - 12.30 (Workshop)
Feministische Technikkritik zieht die postulierte Objektivität, "Wertfreiheit" und Geschlechtsneutralität der herrschenden Technik in Zweifel, denn Technikgestaltung und Technologiepolitik wird von einer kleinen, ziemlich homogenen Gruppe männlicher Experten betrieben. Durch die weitgehende Ausblendung anderer Erfahrungshintergründe und Interessen als der männlicher Experten entstehen blinde Flecken, sowohl bei der Gestaltung, als auch bei der Bewertung von Technik und Technologiepolitik. Statt männliche Technik nach Tschernobyl pauschal als tödlich und Frauen als unschuldige Opfer zu bezeichnen, wie es z.B. die Ökofeministinnen tun, sehen wir auch eine Mittäterinnenschaft gerade der Frauen, die Technik nur den Männern überlassen. Für uns ist die Beteiligung von Frauen nicht nur eine Frage der demokratischen Teilhabe in einem unser Leben immer stärker beeinflussenden Bereich, sondern vor allem eine unabdingbare Voraussetzung für Qualität, Umwelt- und Sozialverträglichkeit von Produkten und Produktionsprozessen. Wir wollen uns einmischen. Wir wollen Frauen ermuntern, sich an der demokratischeren Gestaltung von Technik zu beteiligen. Nach einer kurzen Vorstellung von Beispielen, wie Frauen Kriterien von sozial und ökologisch verträglicher Technik umsetzen und technische mit sozialen Lösungen verbinden, wollen wir mit Euch gemeinsam vor allem Anforderungen erarbeiten, die wir an Technikgestaltung stellen - ein "Lastenheft" für eine feministische Technikgestaltung. 
Frauenmehrwert im Medizingeschäft: Eine Kosten-Nutzendebatte U Geschlechts Rechnen wir uns? Wer rechnet mit uns? Wir rechnen ab! 
Christine Bartsch, Esther Gaertner 
Samstag, 14.00 - 15.30 (Vortrag) 
Zwei Ärztinnen aus den Bereichen der Humangenetik und der Frauenheilkunde und Geburtshilfe möchten mit diesem Vortrag auf unsere Situation als Patientinnen und die damit verbundenen Folgen aufmerksam machen. Es sollen Fakten aus dem bundesdeutschen Gesundheitswesen übermittelt, beleuchtet, hinterfragt und anschließend diskutiert werden. Dabei wird es um die medizinische Versorgung von uns Frauen gehen (die vermehrt auf ausgefeilte Medizintechniken zurückgreift), um Angebote und tatsächliche Nachfragen in den Bereichen der Pränataldiagnostik, Schwangerschaftsbegleitung, Krebsvorsorge und Sterilitätsbehandlung.
Kann eine postmodern angehauchte Feministin auch Naturschützerin sein? 
Ivana Weber, Bielefeld 
Freitag, 11.00 - 12.30 (Diskussion) 
Feministin sein und Naturschutz betreiben wollen?!? Wie soll das zusammenpassen? Sind die Naturschützer nicht die mit den Nistkästen, Ferngläsern und unattraktiven tarnfarbenen Joppen, eigentlich immer Männer, und konservativ dazu? In dieser Veranstaltung möchte ich kurz unterschiedliche Strömungen im Naturschutz sowie die damit einhergehenden und dahinterliegenden Naturbilder skizzieren. Hierauf aufbauend würde ich gern diskutieren, inwieweit es Frauen, die sich als Feministin definieren und vielleicht gar mit der Postmoderne etwas anfangen können, überhaupt noch möglich ist, Naturschutz zu befürworten: Was für eine Natur könnte es sein, die wir schützen wollten? Welche Eigenschaften hätte sie und wie könnten wir begründen, daß sie schützenswert ist? Wie könnten wir uns mit eigenen Ideen und Konzepten von den Nist- und Bierkasten-Heinis absetzen? Ich möchte keinen langen Vortrag halten, sondern vor allem mit Euch diskutieren! 
Ergebnisse feministischer Auseinandersetzungen mit der Umweltforschung 
Dr. Ines Weller, TU Berlin
Freitag, 14.00 - 17.30 (Vortrag) 
Ich gehe in meinem Ansatz der feministischen Umweltforschung davon aus, daß die Geschlechterverhältnisse, z.B. das Aufrechterhalten der Trennung und Hierarchisierung von Produktion und Konsum, die damit verbundene geschlechtsspezifische Arbeits- und Machtteilung sowie der Objektivitätsanspruch der (Natur)wissenschaften, auch in die Problemwahrnehmungen und Lösungsansätze der Umweltforschung eingeschrieben sind. Die dreistündige Veranstaltung teilt sich in zwei Teile auf. Im ersten Teil möchte ich zunächst auf neuere Entwicklungen der Umweltforschung eingehen und an einigen Beispielen Ergebnisse der feministischen Auseinandersetzung mit der Umweltforschung, insbesondere die Dekonstruktion unhinterfragter Annahmen, vorstellen. Anschließend möchte ich gemeinsam mit den Anwesenden Fragestellungen für eine kritische Diskussion und Einschätzung der Ergebnisse und ihrer Folgen entwickeln (z.B. was ist daran feministisch, wie sind die Ergebnisse aus der Sicht von Naturwissenschaftlerinnen und Technikerinnen zu bewerten, was bedeuten sie für ihre Berufstätigkeit...). Diese Fragen sollen dann im zweiten Teil der Veranstaltung in kleinen Arbeitsgruppen ausführlicher diskutiert und in einer gemeinsamen Abschlußrunde zusammengeführt werden. 
 Der Krebs ist ein Feind im Körper 
Angelika Voß 
Freitag, 16.00 - 17.30 (Vortrag) 
Der Krebs gilt als Invasor, ist aggressiv und todbringend. Deshalb sind alle Kampfmittel legitim. Arzt und Ärztin sind seine eigentlichen Gegner, die ausschließlich seine Vernichtung im Blick haben. Und sie fühlen sich als Verlierer, wenn der Krebspatient bzw. die Krebspatientin stirbt - denn dann haben sie den Kampf verloren, der Krebs gesiegt. Der Krebs selbst ist dabei nicht männlich gedacht, sondern weiblich: Es wird ebenso von Muttergeschwulst wie von Tochterzellen gesprochen, die als die eigentlichen "Mörder" gelten, wenn sie, im Körper verteilt, Metastasen bilden. Wo steht die Frau als Patientin in diesem Kontext? Wie sieht die Diagnostik und Therapie aus? Welche Rolle spielt die Reproduktionsfähigkeit in biologischer und gesellschaftlicher Hinsicht? Am Beispiel des Zusammenwirkens von moderner Technologieentwicklung und geschlechtsspezifischer Rollenzuweisung werde ich diesen Fragen nachgehen.
  Das Strahlenrisiko durch Röntgen: ein vernachlässigter Aspekt bei den Präventationsbemühungen gegen Brustkrebs 
Prof. Dr. Inge Schmitz-Feuerhake
Samstag, 9.00 - 10.30 (Vortrag) 
Die Sterblichkeit an Brustkrebs hat sich seit den 50er Jahren in den alten Ländern der BRD mehr als verdoppelt, in der ehemaligen DDR liegt sie um 20% niedriger. In anderen westeuropäischen Ländern und den USA ist die Sterblichkeit ähnlich oder noch mehr angestiegen, während in den ehemaligen Ostblockländern und in der Dritten Welt deutlich weniger Brustkrebs auftritt. Trotz nachweislicher Mißerfolge ist das einzige Mittel zur Prävention, das die Schulmedizin mit großem Nachdruck vertritt, die Früherkennung durch Mammographie-Reihenuntersuchung. Da diese keine echte Vorsorgemaßnahme ist, haben sich in den USA und Kanada feministische Gruppen des Problems angenommen und fordern echte Präventionsmaßnahmen und eine Verstärkung der Ursachenforschung. Die Brust ist das strahlenempfindlichste Gewebe in Bezug auf Krebsauslösung überhaupt. Kritische Strahlenforscher haben schon lange darauf hingewiesen, daß ein nennenswerter Teil des Brustkrebsvorkommens auf zivilisatorische Strahlenbelastungen, insbesondere diagnostisches Röntgen, zurückführbar ist. Beispiele in Deutschland, die diese Thesen stützen, werden ausgeführt.
 Geschlechterkonstruktionen und Krankheit: Das Beispiel Aids
Regina Brunnett 
Samstag, 11.00 - 12.30 (Vortrag, max. 20 Frauen) 
Die Krankheit Aids hat seit ihrem ersten Auftreten Anfang der 80er Jahre einen erheblichen Bedeutungswandel erfahren. Die Durchsetzung bio-medizinischer Erklärungsmuster und Behandlungsmethoden scheint den gesellschaftlichen Skandal des Auftretens einer unbehandelbaren Epidemie in industriellen Ländern entschärfen zu können. Aids wird zunehmend zu einer "normalen" Krankheit. Feministische Analysen der sozialen Dimension von Aids orientieren sich in der Bundesrepublik Deutschland am bio-medizinischen Wissen: die Analyse bezieht sich weitestgehend auf gesundheitliche Erfordernisse für Frauen und strukturelle Ursachen der Verbreitung (Prostitution, sex. Gewalt, mangelnde Durchsetzung von Frauen in Beziehungen ...). In diesem Vortrag wird es darum gehen, Geschlechterkonstruktionen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen nachzuspüren: Hierbei sollen sowohl feministische Analysen bio-medizinischen Wissens über Aids aus dem anglo-amerikanischen Raum vorgestellt und diskutiert werden, als auch gesundheitspolitische Maßnahmen der Prävention und Aufklärung kritisch reflektiert werden. Ergänzt werden soll dies durch die Beleuchtung der Konstruktionen von Geschlecht in kritisch-feministischen Texten zum Thema Aids. Ziel ist es, anhand dieser Fragmente die Verflechtungen und wechselseitigen Einflüsse zwischen Medizin, Politik und (auch feministisch-kritischen) Akteurinnen zu diskutieren.
"Fruchtbare" Geschäfte der Reproduktionsmedizin? 
Obermann Dorothee
Samstag, 14.00 - 15.30 (Vortrag)
Louise Brown, das erste Retortenbaby wurde `98 zwanzig Jahre alt. Gegenwärtig werden nun die Verbindungen zwischen Fortpflanzungsmedizin und Genetik deutlicher als jemals zuvor. Der amerikanische Molekularbiologe Lee Silver prophezeit bereits, daß die genetische Optimierung des Nachwuchses nur noch eine Frage des Geldes sein wird. In seine darwinistischen Zukunftsvision spaltet sich die Menschheit in zwei Gruppen: die der GenReichen, deren Erbgut "verbessert" wurde und die der "naturbelassenen" GenArmen. In einer kritischen Auseinandersetzung mit den Reproduktionstechnologien, den dazugehörigen ideologischen Denkmustern und deren medialen Vermarktung werde ich der Frage nachgehen, ob diese sich zu Methoden einer modernen Eugenik entwickelt haben.
Methodenkritik in der Umweltgesundheitsforschung 
Susanne Bauer
Samstag, 16.00 - 17.30 (Vortrag) 
Forschung zu gesundheitlichen Auswirkungen von Umweltnoxen beim Menschen hat sich in den letzten Jahren zu eigenständigen Disziplinen entwickelt (vgl. Umweltepidemiologie, Umweltmedizin). Diese untersuchen Zusammenhänge von Exposition (gegenüber Schadstoffen oder physikalischen Noxen) und Gesundheitsgeschehen (z.B. Krebserkrankungen). Verwendete Ausgangsdaten werden i.a. durch Befragungen bzw. Expositionsmessungen erhoben und weitere Daten aus Demographie, Medizin und biometrischen Modellen herangezogen. Die Definition und Berechnung umweltbedingter Risiken geht dabei auf quantitative Modelle aus der Versicherungsmathematik zurück. Die untersuchten Hypothesen, z.B. der Krebsursachenforschung, sind zunehmend von molekularbiologischen bzw. molekulargenetischen Fragestellungen geprägt. In der gegenwärtigen Debatte treten Begriffe wie Suszeptibilität und genetische Disposition gegenüber Fragen nach sozialer, ökonomischer und stofflicher Umwelt häufig in den Vordergrund. Grundlagen, konzeptioneller Rahmen, methodische Kategorien und Terminologie dieser Forschungsrichtungen werden in der Veranstaltung anhand von Beispielen erläutert, die Frage nach Wechselwirkungen zwischen naturwissenschaftlichen Modellen und gesellschaftlichem Diskurs über umweltbedingte Erkrankungen soll diskutiert werden. Neben der Diskussion dient die Veranstaltung der Vernetzung und evtl. der Gründung einer Arbeitsgruppe. 
Luftfahrtforschung und Luftfahrtmythos - Das Rätsel der wissenschaftlichen Ballonfahrt um 1900 
Sabine Höhler, Braunschweig 
Freitag, 11.00 - 12.30 (Vortrag)
Die Luftfahrt gilt als emblematisch für die klassische "Moderne". In der Epoche zwischen 1880 und 1914 erschien das Fliegen 'leichter' und 'schwerer als Luft' den technischen Fortschritt betreffend als eines der 'Tore zum gelobten Land'. An der Fliegerei wurde jedoch nicht nur auf dem Flugfeld und in den Schuppen der Konstrukteure, sondern auch in Kunst und Literatur sowie in den Natur- und Technikwissenschaften gearbeitet. Um die Untersuchung der Beziehungen und Überschneidungen von 'Forschung' und 'Mythos' der Luftfahrt soll es in meinem Vortrag gehen. Damit möchte ich meine gerade abgeschlossene wissenschaftshistorische Dissertation vorstellen, in der ich versucht habe, anhand der entstehenden Luftfahrtforschung, speziell am Beispiel der wissenschaftlichen Ballonfahrt der Jahrhundertwende in Deutschland, die allzu selten hinterfragte (Selbst-) Darstellung der Natur- und Technikwissenschaften als rational und objektiv zu demontieren. Mit der Untersuchung des Zusammenhangs von Forschung und Mythos in der Luftfahrt verbinde ich die Infragestellung des modernen Konzeptes der Trennung von 'irrationalen' Wünschen und wissenschaftlich-rational erfaßter 'Realität'. Denn die Fortschritts- und Heroengeschichten der Wissenschaft, so meine These, sind keine 'Lügen', sie sind selbst Mythen: ambivalente Geschichten, die (Selbst-) Konstruktionen höchst wirksam und damit 'wirklich' werden lassen. 
Zugang zu technischen Arbeitsfeldern für junge Frauen 
Ingeborg Wender, Birgit Quentmeier, Monika Sklorz-Weiner, TU Braunschweig
Freitag, 14.00 - 15.30 (Vortrag)
Im Jahr 1993 begann - finanziert durch das Ministerium für Wissenschaft und Kultur - an der TU Braunschweig das Modellprojekt "Technik zum Be-Greifen". Es wird nach 6-jähriger Laufzeit in diesem Jahr enden. Das Modellprojekt richtet sich an Schülerinnen der gymnasialen Oberstufe und versucht, mit qualifizierten Angeboten in technischen und techniknahen Bereichen an Hochschulinstituten, Forschungsanstalten und in technischen Abteilungen der Wirtschaft den Schülerinnen Erfahrungen zu vermitteln, die ihnen eine Entscheidung für ein technisch-naturwissenschaftliches Studienfach erleichtern soll. Zu den Angeboten zählen dreiwöchige Betriebspraktika, Technik-Schnupper-Tage, dreitägige Informatikkurse, Betriebserkundungen und Projekttage zum Thema "Berufsorientierung und Lebensplanung" an Schulen. Durch enge Zusammenarbeit von Hochschule, Schulen und Betrieben wurde ein regionales Netzwerk geschaffen, das die Berufsorientierung in der gymnasialen Oberstufe zu einem besonderen Stellenwert verhelfen will. Die Erfahrungen der langjährigen Projektarbeit und die gewonnenen empirischen und qualitativen Daten der Begleitforschung sollen vorgestellt und diskutiert werden. Insbesondere sollen Schlußfolgerungen und Konsequenzen für weitere Maßnahmen in Zusammenhang mit der Berufsorientierung in der gymnasialen Oberstufe unter einer geschlechterbewußten Perspektive erarbeitet werden. 
Von der Technikkritik zur Technikgestaltung: Technik als vergegenständlichte männliche Kultur? Ein Beitrag über die Wende von der Technikkritik zur Technikgestaltung im feministischen Diskurs 
Angelika Saupe, Uni Bremen
Freitag, 16.00 - 17.30 (Vortrag)
Zielgruppe: Interesse an feministischer Theorie der Technikkritik.
Gegenüber der etablierten feministischen Technikkritik hat sich nach meinen Beobachtungen in den 90-er Jahren eine Wende in Richtung Technikgestaltung vollzogen. Das heißt, der feministische Umgang mit Technik wird gegenwärtig in der seit 1990 von Heidi Schelhowe so bezeichneten Gestaltungsdebatte ausgearbeitet. Im feministischen Technikdiskurs werden die möglichen - durchaus politischen Konsequenzen dieser Wende meines Wissens nicht eingehend reflektiert, obwohl eine solche Reflexion sowohl angemessen als auch naheliegend wäre, denn für den Übergang von einer radikalen Kritik an Technik zu positiv besetzten Strategien der Gestaltung von Technik - Stichwort Selbstaneignung - erscheint eine Erneuerung der theoretischen Grundlagen durchaus notwendig. Die Gestaltungsdebatte möchte ich daher - dem behaupteten Theoriedefizit entsprechend - als eine Art "pragmatische Wende" im feministischen Technikdiskurs darstellen und ihre Bedeutung für das Anliegen feministischer Technikkritik, das Verhältnis von Technik und Geschlecht zu bestimmen, genauer untersuchen. (Rekurse auch auf internationaler Debatte, z.B. Wajeman, Haraway, etc.) Alles rund um die Uhr Elma Weber, Nicole Heinemann Samstag, 9.00 - 10.30 (Workshop) Uhren sind unser täglicher Begleiter. Die Veranstaltung möchte einen Einblick in die Entwicklung unseres Zeitsystems und - damit eng verbunden - unseres tagtäglich verwendeten Zeitmeßsystems, der Uhr, geben. Neben der Vorstellung einzelner Uhrtypen, wie Sonne- oder Quarzuhr anhand von Beispielen, Modellen oder praktischen Konstruktionsprinzipien (Bau einer Sonnenuhr), sollen die Auswirkungen der Zeit auf unser tägliches Leben diskutiert und reflektiert werden. Jede Teilnehmerin sollte nach Möglichkeit Geodreieck / Lineal / Bleistift mitbringen, da die Projektion des Sonnenuhrzifferblattes zeichnerisch erfolgt. 
(L)imitierende Körper im Raum 
Anke Strüver, Geowissensch. 
Samstag, 11.00 - 12.30 (Vortrag) 
Zielgruppe: Theorie-Liebha-berinnen, aber: alle sind willkommen !
Angestellt werden sollen Überlegungen zum Verhältnis der menschlichen Körper zu den Räumen, in denen sie leben, leben müssen, leben wollen. Ausgangspunkt dafür sind die Annahmen, daß Körper als Grundlage der Einordnung in unsere hierarchische Gesellschaft fungieren und daß Körper durch imitierende Prozesse diskursiv produziert werden, die sich zugleich limitierend als auch transformierend auswirken können. Durch Widerlegung der These vom biologisch-organischen Körper als Schicksal können naturalisierenden Argumentationen die Legitimationsgrundlagen entzogen werden. Statt dessen wird im diskurstheoretischen Verständnis der Körper durch die Erfassung der Bedeutungen von Konstruktionen bzw. der dahinter stehenden Interessen zum gelebten Ort gesellschaftlicher Veränderungsmöglichkeiten. Körperliche Differenzen werden daher nicht hierarchisch, sondern relational betrachtet. Es geht jedoch nicht um eine Vereinheitlichung durch Auflösung der Differenzen. Vielmehr ist das Ziel die Anerkennung der Vielfalt unterschiedlicher Körper sowie deren Prozeßhaftigkeit und somit Veränderbarkeit. Aufgelöst werden sollen also nicht die Differenzen als solche, sondern die sozialen Hierarchien, die an diesen Differenzen festgemacht werden. Die gesellschaftlichen Machtverhältnisse fungieren darüber hinaus auch als Konstruktionsprozesse von Raumstrukturen. D.h. Raum wird zu einer Kategorie sozialer Machtverhältnisse und es besteht ein wechselseitiges Verhältnis von Körpern und Räumen: Die Einverleibung von Gesellschaftstrukturen vollzieht sich z.T. durch die wiederholte Erfahrung räumlicher Distanzen und Dimensionen, in denen sich soziale Erfahrungen behaupten. Zugleich prägen die Bewegungen von Körpern im Raum die Raumstrukturen. Vorstellen möchte ich daher ein dynamisches Raumverständnis, das Raumstrukturen nicht als starres Abbild des herrschenden Systems von Ein- und Ausschluß versteht, sondern HandlungSpielRäume schafft.
Die soziale Konstruktion von Technologien 
Brigitte Ratzer
Samstag, 14.00 - 17.00 (Vortrag)
In den späten 70-er und 80-er Jahren wurde (auch) von Frauen der Ansatz einer Techniksoziologie entwickelt, die unter dem Namen Social Shaping of Technology bzw. Social Construction of Technologies in der Literatur zu finden ist. Im Zentrum steht die Frage, welche Einflüsse bereits bei der Entstehung eines Entwurfes, einer Technologie, deren Konstruktion, Design und Wirkungsweisen bestimmen. Und damit auch deren Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft. Der Ansatz ermöglicht eine kritische Betrachtung der Entstehungsphase von Technologien bzw. technischen Neuerungen (inkl. Der Reflexion des eigenen Handlungs(spiel)raumes dabei). Ebenso kann auf dieser Basis auch der Zusammenhang zwischen Technik und Macht analysiert werden. Im Vortrag wird die Theorie kurz vorgestellt , wobei mein Ansinnen ist, nicht ausschließlich das kritische Potential sondern eben sosehr positive Ansätze für eigene Konstruktionen, Entwürfe, Softwareentwicklungen etc. ( mit einem Wort das eigene Forscherinnen- oder Berufsleben) ins Zentrum zu stellen. In der anschließenden Diskussion möchte ich mir gerne mit euch gemeinsam Grundzüge für Charakteristika einer emanzipatorischen Technikentwicklung überlegen. 
Sprache in Wissenschaft und Technik
Dr. Ingrid Spitzner 
Freitag, 9.00 - 10.30 (Vortrag) 
Gegenstand diese Vortrages soll die Fachsprache sein sowohl als Objekt sprachwissenschaftlicher Untersuchungen als auch als Objekt sprachwissenschaftlicher Diskussionen. In der Hauptsache geht es darum, die Interdisziplinarität hervorzuheben, die es zwischen Sprache und Fachbezogenheit gibt.   Die Sprache in Wissenschaft und Technik ist nicht reduziert auf die jeweilige Fachlexik, sondern weist Spezifika sowohl in Wortbildungsmodellen als auch in der Syntax auf. An einigen ausgewählten Textbeispielen soll versucht werden, dies aufzuzeigen und zu diskutieren. Die Rückwirkung der Fachsprache auf die Allgemeinsprache wird ebenso Berücksichtigung finden. 
Wissenschaftliche Fachsprachen und Sprachbilder Auf der Suche nach feministischen Fachsprachen
Dr. Doris Hayn
Freitag, 11.00 - 12.30 (Vortrag)
Ausschluß und/oder Abwertung von Frauen - ihnen selbst, ihren Erfahrungen und Themen - ist ein zentraler Kritikpunkt von Feministinnen an etablierten Wissenschaften. Denn selbst in solchen Fachdisziplinen, die "Frauen" zum Thema haben, verschwinden diese nicht selten in neutralisierenden sprachlichen Formulierungen, wie z.B. "Familienmitglieder". Feministische (sozialwissenschaftliche) Forschung hat verschwiegenen Phänomenen inzwischen einen "Namen" gegeben. Eine Sprache zu entwickeln, die Lebenszusammenhänge von Frauen sichtbar macht, ist jedoch nur eine Seite der Medaille. Denn wir sind mit fachdisziplinären Sprachen konfrontiert, die Frauen und/oder deren Abwertung in angeblich geschlechtsneutralen Begriffen festschreiben. Vor allem in Naturwissenschaften müssen Sprachbilder, die mit Geschlechtlichkeit verknüpft sind, oft zwischen den Zeilen aufgespürt werden. Auch zeigt sich, daß Sprache zwischen verschiedenen Fachdiskursen und zwischen wissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Diskursen "ausgetauschtt" wird, wenn bspw. die Ökonomie von "Evolutorik von Firmen", die Soziobiologie von "Fehlinvestitionen" spricht oder "Kriegssprache" in Wissenschaften, Wissenschaftsbegriffe in politische Diskussionen eingehen. Dies macht deutlich: Erforderlich ist zweierlei, Kritik etablierter Sprachbilder und Suche nach Neuem. In dem Seminar werden wir nach einem Kurzvortrag vor allem Texte diskutieren bzw. sprachlich analysieren. Mitzubringen sind Lust an Textkritik und Sprachexperimenten und ein Interesse an der Suche nach "feministischen Sprachen". Wie sprachsensibel sollten wir als Feministinnen sein? Welche Wortspiele können wir uns "erlauben" ("Frauenmehrwert")? Wie wollen wir Wissen zum Ausdruck bringen und kommunizieren? Wie werden wir "sprachmächtig"?
Frauen im Spiegel eigenen Kommunikationsverhaltens - sind Rollenverständnis, Konfliktvermeidung und Kommunikationsverhalten "MIT-URSACHEN" für nicht erreichte Gleichberechtigung?
Dr. Barbara Wardeck-Mohr
Freitag, 14.00 - 17.30 (Vortrag)
Trotz hoher Qualifikation und enormen persönlichen Einsatz scheitern Frauen oft auf ihrem Karriereweg. Dafür gibt es mannigfaltige Gründe: So sehen Frauen im Kommunikationsprozeß oft nicht die richtigen Signale, um ihre Wünsche und Ziele klar zu formulieren und durchzustehen. Traditionelle Erziehungsmuster und gesellschaftliches Rollenverständnis sind dabei mitverantwortlich, aber auch innere und äußere Konflikte, wie auch "Denkfallen" und persönliche Denkmuster der betroffenen Frauen. Auch heute noch werden Frauen in der Gesellschaft weniger für Mut und Leistung anerkannt, sondern eher für Anpassung, das "vorgefertigte Rollenverständnis" und für Untertanenmentalität.Dazu kommt, daß Frauen untereinander oft nicht solidarisch sind. Kommunikationsverhalten beeinflußt Gleichberechtigungsprozesse! Der Vortrag mit Diskussion beschäftigt, sich nicht mit Ursachen und Zusammenhängen, sondern insbesondere mit Lösungsansätzen.
Bluff
Hanna Brodowsky 
Samstag, 9.00 - 12.30 (Workshop)
Der Eindruck den eine bei einem Gespräch einem Vortrag hinterläßt wird neben dem Inhalt ihrer Aussagen auch sehr stark durch ihr Auftreten bestimmt. Das Auftreten können wir aber bewußt steuern. In diesem Workshop soll bluffen definiert und in Rollenspielen ausprobiert werden. Durch den Umgang mit selbstbewußter wirkendem Auftreten wird die Palette unserer Verhaltensweisen erweitert damit wir je nach Situation wählen können wann wir "ehrlich" und wann "bluffend" auftreten wollen. Nebenbei hilft die Auseinandersetzung mit diesem Phänomen auch den "Bluff" anderer zu durchschauen. 
Streitlust - Kreatives Konfliktmanagement 
Claudia Altwasser 
Samstag, 14.00 - 15.30 Ist es nicht so, daß auch Sie fast täglich mit Konfliktsituationen konfrontiert werden ?! Wo Menschen zusammenarbeiten entstehen Konflikte. Konflikte sind etwas natürliches und gehören somit zu unserem Leben. Nicht der Konflikt an sich ist problematisch, sondern die Formen seiner Bewältigung Haben Sie sich schon einmal Gedanken gemacht, was Sie   alles bewirken können, um mit diesen Situationen entspannter und effizienter umzugehen ? Erlernen Sie die Kunst des kreativen Streitens und der kreativen Konfliktlösung in unserem Workshop ! Freuen Sie sich auf folgende Inhalte:
  • Konfliktsymptome erkennen
  • Konfliktauslöser identifizieren
  • Konfliktprozesse moderieren
  • Konflikteskalation verhindern
  • Konfliktlösungen erarbeiten
  • Aus Konflikten lernen
"Werden Sie Naturwissenschaftlerin oder Ingenieurin!" 
Dr. Karin Reiche + Gisela Winkler, TU Dresden, Referat Gleichstellung von Frau und Mann 
Freitag, 9.00 - 10.30 (Vortrag) 
1998 wurde die erste Sommeruniversität für Schülerinnen an der TU Dresden durchgeführt. Sie führte zur Ausweitung des Angebotes der Zentralen Studienberatung der TU Dresden und war durch ihre geschlechtsspezifische Gerichtetheit auf die Zielgruppe Schülerinnen ein Beitrag zur Gleichstellung von Frauen und Männern.Für die Durchführung einer Sommeruniverstät für Schülerinnen der 11. bis 13. Gymnasialstufe war ein Programm für je drei Projektwochen mit Vorträgen, Vorlesungen, Praktika, Laborbesichtigungen, Betriebsbesichtigungen u.a. erstellt worden, das die mathematischen, naturwissenschaftlichen und ingenieurtechnischen Studienrichtungen beinhaltet. Die Gymnasiastinnen erhielten die Möglichkeit, am Studienort ihre Vorstellungen zum eigenen Studienwunsch zu überprüfen und neue Fachrichtungen kennenzulernen. Durch hautnahen Kontakt zu Wissenschaftlerinnen, Ingenieurinnen und Studentinnen sollte ihre Motivation und das Interesse besonders am technischen Studium bestärkt werden.1998 wurden während der Sommeruniversität insgesamt 93 Veranstaltungen durchgeführt. 46 ReferentInnen gestalteten das Programm; mehrere von ihnen führten in jeder Projektwoche je eine Veranstaltung durch. Das Projekt fand gute Resonanz bei den Schülerinnen, den Eltern und den Vortragenden. Von den Fachbereichen kam viel Lob über die interessierten Schülerinnen.Die Sommeruniversität war hervorragend besucht. Wir aber wollten von Anfang an wissen, welche Schülerinnen sich für dieses Fächerspektrum interessieren, wer und wie die zukünftigen Mathematikerinnen, Naturwissenschaftlerinnen und Ingenieurinnen sind. Deshalb haben wir sie gebeten, einige Fragen zu beantworten. Die Auswertung der Fragebögen ist Gegenstand des Vortrages und der Präsentation. Sie wird mit der Frage verknüpft, ob Frauen mehr wert sind und inwieweit ihre geringe Präsenz im Männerberuf teilweise selbstverschuldet ist. Workshop 
Steh auf, Mädchen - Du kannst, was du willst
Dipl.Ing. Kerstin Zerbe
Freitag, 11.00 - 12.30 (Film)
Im Workshop werden die Zeitschrift "StehAufMaedchen" und das gleichnamige Video zur Studienorientierung für Schülerinnen der gymnasialen Oberstufe vorgestellt. Beides entstand im Rahmen des Projekts Thüringer Koordinierungsstelle "Naturwissenschaften&Technik für Schülerinnen". Die Zeitschrift für Schülerinnen "StehAufMaedchen" hatte ihre Premiere im Juli 1998. In jeder Ausgabe wird ein natur- oder ingenieurwissenschaftlicher Studiengang an Thüringer Hochschulen, die damit verbundenen Berufsperspektiven und aktuelle Forschungsgebiete vorgestellt. Vor allem Studentinnen, Absolventinnen und Berufspraktikerinnen kommen darin zu Wort. Die Produktion eines Videos zur Studienorientierung von Mädchen (ca. 25 min Laufzeit) erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung. Es soll Mädchen bei der Wahl Ihrer Leistungsfächer und der Entscheidung für ein natur- oder ingenieurwissenschaftliches Studium unterstützen. Grobskizze der Handlung: Zwei Schülerinnen denken über ihre Zukunft nach - Leistungskurse, technisches Studium. Sie suchen und finden Information und Rat bei zwei Studentinnen und Berufspraktikerinnen. Ein Begleitheft zeigt Möglichkeiten des Einsatzes des Videos auf, gibt Hintergrundinformationen u.a. zur Thematik "Mädchen und Naturwissenschaften&Technik" sowie einen Überblick über Studienmöglichkeiten an Thüringer Hochschulen. Im Workshop werden Einsatzmöglichkeiten des Videos und der Zeitschrift aufgezeigt und die bisherige Resonanz bei den Zielgruppen (Schülerinnen, Eltern und Lehrkräfte) eingeschätzt. Erfahrungsaustausch und Diskussionen zum Thema sind erwünscht.
Frauenhochschulen und Frauenstudiengänge: Neue Chancen oder neue Barrieren für Frauen?
Dr. Anina Mischau
Freitag, 14.00 - 15.30 (Vortrag) 
Seit nahezu 10 Jahren entwickeln feministische Hochschulforscherinnen und Wissenschaftlerinnen innovativer Reformansätze für das deutsche Hochschulwesen, die die Demokratisierung der Geschlechterverhältnisse in der Hochschulbildung und in den Wissenschaften zum Ziel haben. Zu nennen wären z.B. die Diskussion um die Gründung einer (internationalen) Frauenuniversität in Deutschland, Überlegungen zu Sommerhochschulen für Frauen und unterschiedliche Konzepte zur Einrichtung von Frauenstudiengängen in den Ingenieur- und Technikwissenschaften. Diese Hochschulprojekte sind z.T. in ihrer Planung weit fortgeschritten, einige wurden sogar zwischenzeitlich bereits realisiert. Dennoch sind sie nach wie vor umstritten; das "Für und Wider" der durch sie ausgelösten bildungs- und geschlechterpolitischen Diskussionen konzentriert sich im Wesentlichen auf die Idee der Geschlechtertrennung in der Hochschulausbildung, die allen diesen Reformansätzen zugrunde liegt. In diesem Vortrag werden ausgewählte Ergebnisse eines Forschungsprojektes zur Akzeptanz dieser Reforminitiativen in Deutschland vorgestellt, welches das Ministeriums für Schule und Weiterbildung, Wissenschaft und Forschung Nordrhein-Westfalen in Auftrag gegeben hatte. Hierzu wurden 10 Gruppendiskussionen mit VertreterInnen aus den Bereichen Schule, Hochschule und Arbeitsmarkt durchgeführt. In dem Vortrag werden u.a. folgende Fragen angesprochen: Welche positiven und negativen Konsequenzen werden durch die Einrichtung dieser monoedukativen Hochschulan-gebote erwartet bezüglich: a) der Ausbildung der potentiellen "Nutzerinnen", b) der Berufschancen der potentiellen Absolventinnen und c) der Hochschule und der Wissenschaft selbst. Der Fokus wird dabei auf den Bereichen Naturwissenschaft und Technik liegen.
Naturwissenschaftlicher Unterricht für Mädchen - seine Bedeutung und sein Wandel im Laufe des Jahrhunderts 
Agnes Sandner 
Freitag, 16.00 - 17.30 (Vortrag) 
Während meiner Schulzeit ging ich wie selbstverständlich davon aus, daß beide Geschlechter die gleichen Bildungsmöglichkeiten haben und auch immer schon hatten. Dieser Eindruck wurde auch während meines Studiums und der Referendarszeit nicht korrigiert. Die wenigen Frauen in der Physik erklärte ich mir durch mangelndes Talent - ich war einfach eine Ausnahme. Nur durch Zufall erfuhr ich, daß Männer und Frauen im Laufe der Geschichte keineswegs gleiche Bildungsmöglichkeiten hatten. Ich mußte sehr lange nach genaueren Fakten suchen. Fast nur in feministischer Literatur werden Frauen so wichtig genommen, daß dieser Aspekt untersucht und erwähnt wird. Mittlerweile bin ich überzeugt, daß es keine Frage des mangelnden Talents von Frauen ist, daß es so wenig Naturwissenschaftlerinnnen gab und gibt. Die fehlenden Bildungschancen und Behinderungen, denen Frauen ausgesetzt waren und zum Teil immer noch sind, wirken bis heute nach. Ich möchte die Unterschiede der naturwissenschaftlichen Bildungsmöglichkeiten von Männern und Frauen aufzeigen und mit den Teilnehmerinnen erörtern, inwiefern die Behinderungen auch heute noch wirksam werden. 
Fordern oder Fördern ? 
Eva Wolber 
Samstag, 9.00 - 10.30 ((Vortrag) 
In vielen Studiengängen der Naturwissenschaft und Technik werden zu Anfang des Studiums schwere Prüfungen oder Klausuren gestellt, bei denen 60, 80 % der Studierenden durchfallen. Das Ziel dabei ist, "ungeeignete" Studierende abzuschrecken und zum Abbruch oder Fachwechsel zu bewegen. Eine Studie über die Gründe, warum Studierende in den USA die mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Fächer verlassen, und warum Frauen und Studierende ethnischer Randgruppen seltener "durchhalten", wirft ein neues Licht auf diese Praxis (Elaine Seymour & Nancy Hewitt, Why Undergraduates Leave Science). Darin zeigt sich, daß die Studierenden, die diesem "weed-out" (englisch: Unkraut jäten) zum Opfer fallen, weder schlechtere Studienleistungen noch geringeres fachliches Interesse aufweisen. Vielmehr scheint diese Selektionsmethode besonders diejenigen zu beeinträchtigen, die Förderung und Unterstützung von ihren HochschullehrerInnen erwarten. Sicherlich läßt sich das Hochschulsystem der USA nur eingeschränkt mit dem deutschen vergleichen. Aber das "Aussieben" als Konsequenz von Elitedenken in Naturwissenschaft und Technik findet hier wie dort statt. Da eine akademische Karriere ja immer Beteiligung an der Lehre beinhaltet, sei es als Praktikumsassistentin, als Dozentin, als Prüferin, möchte ich mit Euch diskutieren, wie sinnvoll eine Selektion während des Studiums ist und welche Alternativen es dazu gibt. Studienbelastung und deren Bewältigung im Alltag von Studierenden technischer Fachrichtungen - Ein Geschlechter und Hochschulvergleich Andrea Wolfram In diesem Vortrag sollen die Zwischenergebnisse einer Studie vorgestellt werden. (Text lag noch nicht vor) 
Sommerstudium für Frauen von Frauen, ein vielversprechendes Experiment
Ingrid Rügge 
Samstag, 11.00 - 12.30 (Vortrag) 
Zielgruppe: Lehrende und Lernende, die sich schonmal mit dem Thema beschäftigt haben.
Gute Hochschullehre ist keine Selbstverständlichkeit, die Ausrichtung der Lehre in einem technisch-naturwissenschaftlichen Fach am Interesse von Frauen schon gar nicht. Am Beispiel eines "echten" interdisziplinären Seminars, entwickelt und durchgeführt anläßlich des ersten Sommerstudiums der "Informatica Feminale - Sommeruniversität für Frauen in der Informatik", möchte ich gemeinsam mit anderen Lernenden und Lehrenden herausarbeiten, wie Hochschullehre in technischen, männerdominierten Fächern heute aussieht und wie sie aus Sicht von Frauen zukünftig aussehen sollte. Ich will mich in diesem Diskurs nicht auf das Curriculum der Informatik beschränken, sondern explizit die Situation in anderen Disziplinen mit einbeziehen. Zur Einstimmung stelle ich mein Seminarkonzept, meine Erfahrungen bei der Umsetzung und die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen dar. Ich werde versuchen, etwas von der außergewöhnlichen Stimmung des ersten Sommerstudiums der Informatica Feminale zu vermitteln, die den besonderen Rahmen für dieses Seminars bildete. Des weiteren werde ich Ergebnisse eines curricularen Workshops zu Fraueninteressen an der Informatikausbildung präsentieren, die ,"heimliche" Lehrpläne sichtbar machen. Anschließend würde ich gern mit Lehrenden oder Lernenden über ihre Erfahrungen ins Gespräch kommen, um Veränderungspotentiale und mögliche Umsetzungsstrategien zu diskutieren. 
Interkulturelle Sommeruni für Frauen und Lesben
Eva Sassen
Samstag, 14.00 - 15.30 (Vortrag) 
Zielgruppe: Lesben, Frauen, die sich bereits Gedanken zum Thema machten.
Als Antwort auf die Internationale Frauenuniversität (ifu) der EXPO im Jahr 2000 in Hannover hat sich eine Initiative für eine 'zeitgleiche Gegenuni von unten' gegründet. Nach der anfänglichen Phase der Empörung über die ifu (sie verhindert autonome, feministische Ansätze, ist hierarchisch strukturiert und teuer obendrein, siehe ausführlichen Artikel in der Koryphäe Nr.24) arbeitet die Initiative heute konstruktiv am Aufbau einer autonomen, kritischen, interkulturellen Sommeruni für Frauen und Lesben. Ich rufe die Kongressteilnehmerinnen auf, sich an der Interkulturelle Sommeruni mit inter- und außerdisziplinären, interkulturellen und feministischen Wissenschaftsansätzen und -kritik zu beteiligen. Im Seminar werde ich die traditionellen Ziele einer Sommeruni vortragen und neueste Infos übermitteln. Über Inhalte und Formen auf der Interkulturelle Sommeruni möchte ich mit Euch phantasieren. Was möchtest Du anbieten? Welche Postulate hast Du für Deine Forschung aufgestellt? Die Ergebnisse trage ich zurück in die Vorbereitungsgruppe in Hannover. Bitte erzählt auch Euren Freundinnen, die deutsch nicht so gut sprechen von dieser Sommeruni! 
 Studieren (Lehren) am UCB mit Kind (Erfahrungsaust.) 
Neuber Simone, AstA Frauenreferat (Prof. Dr. Kerstin Giering)
Samstag, 16.00 - 17.30 
Zielgruppe: Studentinnen. 
Vorstellung des Standorts unter dem Aspekt, was anders ist als an anderen Hochschulen Erfahrungsaustausch über Schwierigkeiten, Vorteile, usw. beim Studieren am Umweltcampus Birkenfeld aus zwei Perspektiven (Studentin und Professorin) Über Aufbau einer Kinderbetreuung berichten: die Idee -> die Umsetzung und der Weg dahin. 
Wege aus der Arbeitslosigkeit - welche Möglichkeiten und Unterstützung bietet das Arbeitsamt für Frauen? 
Ursula Kraus-Weber, Arbeitsamt Darmstadt
Freitag, 9.00 - 10.30 (Vortrag) 
Die Bundesanstalt für Arbeit hat bei der Förderung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt eine zentrale Rolle. Deshalb ist im Sozialgesetzbuch III die Frauenförderung seit dem 1. Januar 1998 in einer eigenständigen Vorschrift geregelt. In der Veranstaltung sollen diese neue Vorschrift und deren Wirkungsweise vorgestellt sowie Fragen zur Vermeidung bzw. Beendigung von Arbeitslosigkeit beantwortet werden. 
Einführung in das Projektmanagement - Methoden und Probleme 
Dr.-Ing. Ruth Marzi, TU Berlin
Freitag, 11.00 - 12.30 oder länger (Vortrag) 
Projektarbeit ist ein wesentliches Merkmal der Arbeit von Naturwissenschaftlerinnen und Technikerinnen, sei es im Hochschul- und Forschungsbereich, sei es im industriellen Umfeld. Diese Veranstaltung vermittelt zum Einen die Grundlagen von Theorie und Methodik des Projektmanagements und zum Anderen vertieft sie im Dialog die mit Projetkarbeit verbundenen Praxisprobleme. Sie vermittelt praxisorientiert Wissen und kann Studierenden zur Vorbereitung auf den Beruf wie auch bereits Berufstätigen zur Weiterbildung dienen.Es wird ein Überblick über alle wesentlichen Aspekte des Projektmanagement gegeben: Projektbegriff, Projektbeteiligte, Organisationsformen, Projektphasen, Aufgaben und Probleme des Projektmanagement, Aufwands- und Kapazitätsplanung, Qualitätsmanagement in Projekten, Methoden der Projektplanung und -steuerung (Diagramme, Netzpläne), Planungs- und Steuerungshilfen Karrieren in männlich strukturierten Organisationen - Frau auf der Überholspur oder mit Vollbremsung in die Sackgasse Anne Brulez, Unternehmensberaterin Freitag, 16.00 - 17.30 (Vortrag) Anne Brulez, langjährige Erfahrungen in der Frauenbildung, Organisationsberaterin und Trainerin in profit und non-profit Unternehmen. Rechtlich und in Bezug auf die formale Qualifikation hat sich die Situation von Frauen erheblich verbessert. Die Mehrheit der Abiturientinnen und Studierenden sind Frauen. Trotz Rufe aus der Industrie nach weiblichen Nachwuchskräften ist Deutschland in Bezug auf die Anzahl von Frauen in hohen Führungspositionen nach Portugal das Schlußlicht in Europa. Was sind die strukturellen und kulturellen Behinderungen für Frauen auf dem Weg in männlich dominierte Berufe? Was müssen Frauen über männliche Strategien und formelle und informelle Strukturen wissen, ohne ihre eigenen Vorstellungen und Werte aufzugeben, um in Organisationen Erfolg zu haben?
Dienstleistungsoffensive im Handwerk - eine Chance für Frauen 
Uta Cuprok, Dipl. Geographin 
Samstag, 11.00 - 12.30 (Vortrag) 
Weltweit ist in den Volkswirtschaften ein Strukturwandel von der Industrie- hin zur Dienstleistungsgesellschaft feststellbar. Entwicklungstendenzen sowohl in der sektoralen Verteilung der Arbeitskräfte als auch der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung belegen, daß auch in Deutschland der sogenannte tertiäre Sektor an Bedeutung gewinnt. Auch im Handwerk werden durch Ausweitung von Dienstleistungen in den nächsten Jahren eine Vielzahl neuer Arbeitsplätze erwartet. Dabei zeigt sich einerseits eine Zunahme der Bedeutung der dienstleistungsorientierten Berufe (z.B. Friseur/in, Gebäudereiniger/in, Augenoptiker/in und Zahntechniker/in), aber auch der Trend zur "Verdienstleistung" der Produktion. Zuwächse an Dienstleistungen sind in den Bereichen Organisation und Management, Konzeption, Beratung/Information, Service, Wartung und Reparatur zu erwarten. Dies macht eine neuartigen Kundenorientierung mit strukturellen innerbetrieblichen Veränderungen erforderlich. Das Handwerk braucht Dienstleistungsinnovationen und eine neue Dienstleistungsmentalität, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Vortrag zielt darauf ab, die Chancen, die in dieser Entwicklung für Frauen stecken, aufzudecken. Frauen verfügen in der Regel eher als Männer über die nötigen Service- und Gestaltungskompetenzen für verbesserte Kundenorientierung - sie machen bereits 30 Prozent der Beschäftigten im Handwerk aus und stellen vielfach die "heimliche" Chefin des Betriebes dar. Neben den klassischen Bereichen (Gesundheit, Körperpflege, Reinigungsgewerbe) bestzen Frauen verstärkt die von Männern dominierten Berufe. Der in den nächsten Jahren bevorstehende Generationswechsel in den Betriebswechsel in den Betriebsleitungen könnte für manche "Unternehmerfrau im Handwerk" den Sprung zur selbständigen Unternehmerin bedeuten. 
Ganzheitlich Denken, Unternehmerisch Handeln und Persönlich Überzeugen 
Kiliane Braun
Samstag, 14.00 - 15.30 (Vortrag)
Diese Seminareinheit führt ein in die Problemstellung von komplexen Fragen und Entscheidungen. Die Idee des St. Gallener Managementmodells wird erläutert und Hinweise auf die daraus folgende Methode der Entscheidungsabsicherung werden gegeben. Vorgestellt wird der theoretsiche Hintergrund und einige praktische Beispiele. 
Vorstellungs- und Bewerberungsgespräche erfolgreich führen 
Kiliane Braun 
Samstag, 16.00 - 17.30 
Diese "Seminareinheit" behandelt Fragestellungen wie:
  • Wie bereite ich mich auf ein Gespräch vor?
  • Die Bestätigung, Nachfragen, Wer wird teilnehmen?
  • Welche Formen von Vorstellungsgeprächen gibt es?
  • Was sollte Inhalt des Gesprächs sein?
  • Was sollte unerwähnt bleiben, oder auch, was darf ich nicht gefragt werden?
  • Umgang mit standartisierten Fragen/die Gretchenfrage: "Was sind Ihre größten Schwächen?"
  • Wie verkaufe ich mich am besten? Wie kann ich mich selbst und mein Können präsentieren?
  • Die Gehaltsverhandlung
In eineinhalb Stunden werden oben angegebene Fragen angesprochen und die Teilnehmerinnen erhalten Tips und Anregungen. Auf Wunsch wird auf Fragen oder Situationen von Teilnehmerinnen kurz eingegangen. Es ist mehr ein Überblick und Hinweis. Zeitlich realistisch gesehen, ist es aber kein (Einzeln-) Bewerbertraining. Die Referentin arbeitet als selbständige Managementtrainerin in Unternehmen, sowie als Bildungsreferentin in Verbänden, Schulen und Vereinen.
Klippen auf dem Weg zur Professorin - und wie wir damit fertig werden können 
Stefanie Ruß 
Freitag, 9.00 - 10.30 (Vortrag)
Diese Veranstaltung wendet sich an Frauen, die eventuell eine Hochschulkarriere anstreben oder sich für die Arbeitssituation an den Hochschulen interessieren. Ideal wäre, wenn Frauen aus allen Ebenen (Schülerinnen, Studentinnen, Diplomandinnen, Doktorandinnen, Post-Docerinnen, Habilitandinnen und Professorinnen) kämen. In jeder Phase kommen neue Anforderungen auf uns zu, von den Prüfungen im Studium bis zu den ersten eigenen Veröffentlichungen und Vorträgen, von der Selbstbehauptung im Institutsalltag bis zur gezielten Karriereplanung. Ich selbst bin - nach dem üblichen Hochschullebenslauf (einschließlich längerem Auslandsaufenthalt) in der Habilitationsphase, habe nach wie vor die Hoffnung, den Sprung zur Professur schaffen zu können und fange an, darüber zu reflektieren, an welchen Phasen meiner Laufbahn ich bisher hätte scheitern können, bzw., wann besonders viele meiner Kolleginnen herausgefallen sind. Dabei möchte ich diese Veranstaltung nicht als eine "Biographie des Scheiterns" verstehen, sondern als eine gegenseitige Beratung, in der wir uns und den Nachfolgerinnen helfen, gerade die frauenspezifischen Klippen im Karriereweg zu meistern. Nach 45 Minuten Vortrag möchte ich die einzelnen Phasen im Karriereweg mit den Teilnehmerinnen durchgehen und hoffe dabei auf interessante Diskussionen.
"Schlüsselqualifikationen und Geschlecht" 
HD Dr. habil Ingeborg Wender, TU Braunschweig 
Freitag, 11.00 - 12.30 (Vortrag)
Der Blick in die berufliche Arbeitswelt zeigt deutlich, daß die Frauen auf dem aktuellen Arbeitsmarkt benachteiligt sind. Die Arbeitsstrukturen unterliegen zur Zeit jedoch einem starken Wandel. Könnte dies eine Chance für Frauen darstellen, sich auf dem Arbeitsmarkt besser zu positionieren? Der Ruf nach Schlüsselqualifikationen ist überdeutlich. An Hand empirischer Befunde zu Geschlechterunterschieden sollen Schlußfolgerungen hinsichtlich der geforderten Schlüsselqualifikationen in Beziehung zum jeweiligen Geschlecht gezogen werden. Neuere Studien weisen bereits den Frauen größere Führungskompetenz zu. Diese Ergebnisse sollen einer kritischen Betrachtung unterzogen werden. Nichtsdestotrotz ist davon auszugehen, daß Frauen gegenüber Männern im Durchschnitt offensichtlich, bezogen auf die Schlüsselqualifikationen, bessere Werte erzielen. Demnach soll der Frage nachgegangen werden, wie sich die Schlüsselqualifikationen im Laufe des individuellen Lebenslaufs entwickeln. Die traditionelle Polarisierung in Anlage oder Umwelt ist durch die interaktionale Beziehung der beiden Komponenten aufzulösen. Neuerdings ist die These vertreten worden, daß die vorrangig von Frauen durchgeführte Haus- und Familienarbeit eine gute Basis für den Erwerb von Schlüsselqualifikationen darstellen könnte. Aber auch durch Neustrukturierung des Studiums wird vielenorts versucht, den Erwerb von Schlüsselqualifikationen zu erleichtern. Könnte der mögliche Vorsprung der Frauen durch die besonderen Aktivitäten der Männer beim Erwerb von Schlüsselqualifikationen verloren gehen? Zum Abschluß sollen die Schlüsselqualifikationen als neue "Zaubermittel" für die bessere Passung von Mensch und Berufsarbeit (bzw. Maschine) hinterfragt und ihr Stellenwert für die Gestaltung zukünftigen Alltagslebens (d.h. v.a. Koordination der Berufs- und Familienarbeit) thematisiert werden.
 Typische Fallen für Frauen bei Unternehmensgründung und -Führung 
Marlies Elsner-Brendt, Firma MEB PR-aktiv 
Freitag, 14.00 - 15.30 (Vortrag)
Zielgruppe: Existenzgrünerinnen und Selbstständige 
Die Autorin, Marlies Elsner-Brendt, ist selbständige Unternehmensberaterin und Trainerin und sitzt mit ihrer Firma MEB-PR-aktiv in Aachen. Seit 5 Jahren finden Klein- und Kleinstunternehmen, sowie mittelständische Unternehmen, vornehmlich innovative Dienstleister und alternative Branchen, hier professionelle Hilfe in Orientierungs- und Expansionsphasen. Der Frauenanteil der Kunden liegt bei über 50%, bei den Gründern sogar bei über 70%. Der Vortrag enthält eine Sammlung von typischen Fallen für junge und auch "ältere" Unternehmerinnen, die sich im Laufe der Beratung und im Austausch mit Marktpartnern (Banken, Versicherungen, Behörden) herauskristallisiert haben. Die Fallen lauern sowohl im persönlichen und privatem Umfeld, als auch im ordnungspolitischen Bereich. Es kann grob gegliedert werden in:
  • Teure Fallen
  • Formale Fallen
  • Sicherheitsfallen
  • Emotionsfallen und
  • strategische Fallen.
Freuen Sie sich auf anschauliche Beispiele, praktische Tips zur Vermeidung z.B. der "Beziehungs-Falle" und eine anregende Diskussion! 
Tandemkarrieren: Wer unterstützt mobile PartnerInnen? 
Katharina von Salis, Geologisches Institut der Eidgenössischen TH Zürich 
Freitag, 16.00 - 17.30 (Vortrag) 
Zielgruppe: Personen, die in Paarbeziehungen leben (wollen)
Mobilität ist nicht nur "in", sondern wird immer mehr verlangt. Geistige Mobilität in Paarbeziehungen kann zu Problemen führen, wenn sie nur beim einen Teil einer Partnerschaft vorhanden ist. Physische Mobilität dagegen bedeutet oft das Aus einer Beziehung. Diejenigen, die unsere Mobilität fordern, sind sich meist nicht bewußt, unter welch starken Streß sie damit (junge) Frauen und/oder Männer stellen. Das Gebot, mobil zu sein, richtet sich an Frauen und Männer in Naturwissenschaften und Technik, die an Hochschulen oder in der Industrie/Wirtschaft tätig sind. Oft wird jedoch nur die Hälfte eines Paares in ein anderes (Bundes-) Land geschickt, während der andere Teil selber schauen muß, was aus ihr/ihm wird. In den USA wurde unter PhysikerInnen kürzlich eine große Untersuchung zum Thema "Dual Career Couples"/Teamkarrieren gemacht, die vorgestellt werden soll. An der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich ist seit Anfang 1999 eine Mitarbeiterin zu ca. 20% dafür angestellt, um sich mit dem Thema zu befassen, das auch für international tätige Firmen zu einem Problem geworden ist. An der Veranstaltung möchte ich anhand eigener Erfahrungen sowie den oben genannten Projekten Lösungsmöglichkeiten einzelner Paare diskutieren und mit den Anwesenden mögliche und erfolgreiche Strategien besprechen. Es wäre wichtig, zusammen einen Argumentenkatalog zu erarbeiten, um möglichst viele ArbeitgeberInnen zu motivieren, mobile PartnerInnen ebenfalls zu unterstützen.
Profil und Profilierung - Frauen setzen sich durch 
Anne Brulez, Unternehmensberaterin 
Samstag, 9,00 - 12.30 (Workshop, max. 18 Frauen) 
Anne Brulez, langjährige Erfahrungen in der Frauenbildung, Organisationsberaterin und Trainerin in profit und non-profit Unternehmen. Um sich beruflich behaupten zu können, vor allem in naturwissenschaftlich-technischen und Ingenieurberufen, ist Wissen um die eigenen Kernkompetenzen, und die Struktur in der frau arbeitet, notwendig. Viele Frauen setzen "Sich sichtbar machen" mit Hochstapelei gleich. Exemplarisch am Beispiel des eigenen Profils wir aufgezeigt, wie Frauen sich selber am beruflichen Erfolg hindern. Welche Unterstützung benötigen Frauen auf dem Weg nach oben? Welche Strategien sind sinnvoll, um in männlich strukturierten Organisationen als Frau nicht nur zu überleben, sondern mit Spaß und Erfolg zu arbeiten? Methoden: Kurze thematische Inputs, Übungen, Plenum und Kleingruppen 
Supervision und Coaching für Frauen 
Dr. Marion Schirling 
Samstag, 14.00 - 17.30 (Workshop, max. 10 Frauen) 
Im beruflichen Spannungsfeld zwischen Leistungssoll, Erwartungsdruck, Teamprozessen und persönlichen Zielvorstellungen ergeben sich oft viele Fragestellungen und Blockierungen. Um hierbei nicht stecken zu bleiben, sondern Perspektiven zur Erweiterung der beruflichen und interaktiven Entfaltung zu finden, bietet sich die professionelle Unterstützung des Supervisions und Coaching-Workshops an. Dabei werden berufsbezogene Zusammenhänge reflektiert mit dem Ziel, eine Veränderung, Verbesserung und Erleichterung des berufliche Handelns anzugehen. In diesem Workshop beschäftigen wir uns auch mit Berufs- und Karriereplanung und bedienen uns dabei der Erkenntnisse der Personal- und Teamentwicklung, des Rollenspiels und der lösungsorientierten Kommunikationsstrategien. Kreative und spielerische Elemente sorgen dabei für Spaß und Witz. 
Der Naturbegriff in der Biologie aus feministischer Sicht 
Kerstin Palm 
Freitag, 9.00 - 12.30 (Vortrag) 
Im Gegensatz zu den anderen Naturwissenschaften ist in der Biologie eine besondere Variante von Natur, die "lebendige Natur", Gegenstand der Forschung. Ich möchte in meiner Veranstaltung zunächst allgemein darstellen, wie sich die Biologie "das Leben" vorstellt. Anschließend stelle ich dann die verschiedenen Feministischen Ansätze vor, die sich kritisch mit dieser Sicht auf die organismische Natur auseinandersetzen:
  • den sozioökonomischen Ansatz von E. Scheich
  • den sozialpsychologischen / psychoanalytischen Ansatz der Theoretikerinnen der Kritischen Theorie (C. Kulke, E. Scheich, K. Braun, E. Kremer)
  • den metaphorischen Ansatz von E.F. Keller, C. Merchant
  • den konstruktivistischen Ansatz von D. Haraway
Die Veranstaltung ist dreistündig veranschlagt, um genügend Zeit zu haben für Fragen und ausführliche Diskussion. 
Gerda von Ubisch (Lebenserinnerungen und Recherchen) 
Gudrun Fischer 
Freitag, 11.00 - 12.30 (Vortrag) 
Sie war erfolgreiche Genetikerin vor dem Faschismus und die erste Professorin in Heidelberg. Als jüdische Forscherin wurde sie entlassen und nach Brasilien angeworben. In diesem Fluchtland arbeitete sie im Schlangeninstitut in São Paulo, bekam aber in Brasilien kein Bein auf die Erde. Sie kehrte nach dem Krieg in die BRD zurück und kämpfte in den 60er Jahren für eine Wieder'gut'machung vor Gericht in Heidelberg. Ich berichte aus ihren Lebenserinnerungen und von meinen Recherchen zu ihrem Leben; anschließend Diskussion. 
Biographie mit K(n)ick? Lesben in Mathematik, Naturwissenschaft und Technik 
Gudrun Fischer 
Samstag, 14.00 - 15.30 (Vortrag) 
Ist es nicht vielleicht von Vorteil, sich als Lesbe in den Naturwissenschaften etablieren zu wollen? Oder ist der Preis zu hoch? Unterschiedlichste Einschätzungen erfuhr ich in den Interviews mit Lesben die ich in den letzten 3 Jahren führte. Ich berichte von meinen Schlußfolgerungen und wünsche mir eine angeregte Diskussion mit Lesben (vielleicht auch interessierten Heteras). Maria Reiche - Die Erforscherin der Geheimnisse der Pampa Reiche Karin, Dr. + Karin Diegelfrau Freitag, 14.00 - 15.30 (Diavortrag) Die Linien und Zeichnungen im Wüstensand der Pampa von Peru sind in Deutschland durch Dänikens Bücher über Außerirdische bekannt geworden - wissenschaftlich erforscht, vermessen, kartographiert, mathematisch und astronomisch berechnet und als erste darüber veröffentlicht hat Dr.h.c.mult. Maria Reiche. Maria Reiche wurde 1903 in Dresden geboren. Sie studierte in Darmstadt an der TH Mathematik, Physik und Geographie und emigrierte 1932 nach Peru. In jahrzehnte langer unermüdlicher Arbeit forschte sie zu den "Geheimnissen der Wüste" und setzte sich für den Schutz und Erhalt dieser jahrtausende alten archäologischen Zeichnungen längst verschollener Kulturen ein. Sie wurde in Peru zur berühmtesten Frau ihrer Zeit. Sie erhielt vier Ehrendoktorwürden, noch zu ihren Lebzeiten wurde eine Briefmarke mit ihrem Portrait herausgegeben und ihr wurden der "Orden der Weisen des Inka-Reiches" und der "Sonnenorden" verliehen, die höchsten Auszeichnungen des Landes. Als Maria Reiche 1997 starb, hinterließ sie einen überwältigenden Nachlaß: Aufzeichnungen, Briefe, Luftbildaufnahmen, Berechnungen, Veröffentlichungen - doch noch immer gibt die "Nasca-Kultur" viele Rätsel auf.
Perspektiven feministischer Naturwissenschafts- und Technikforschung 
Corinna Bath, Bremen Ulrike Kissmann, Berlin 
Samstag, 16.00 - 17.30 (Workshop)
Im Workshop möchten wir die Frage diskutieren, wie sich feministische Naturwissenschafts- und Technikforschung als Disziplin etablieren kann und welchen Platz sie an Universitäten einnehmen soll. Welche Form der Institutionalisierung wünschen wir uns? Welche Inhalte sollen dort behandelt und vermittelt werden? Und wie stehen unterschiedliche Bedürfnisse/Wünsche in Zusammenhang mit unseren (disziplinären, persönlichen ...) Hintergründen und Erfahrungen? Im Sinne eines Impulsreferats werden wir zu Beginn zwei aktuelle, in Aufbau befindliche Formen der Institutionalisierung von feministischer Naturwissenschafts- und Technikforschung kurz vorstellen: 1. die "Doppelstruktur" mit gleichzeitiger Verankerung innerhalb eines naturwissenschaftlich-technischen Faches und innerhalb eines interdisziplinären Zentrums für feministische Studien (AG Frauenforschung und Technik, Stg. Informatik, Uni Bremen) und 2. die Anbindung an ein soziologisches Fach (Techniksoziologie, TU Berlin). Dabei sprechen wir jeweils auch Vor- und Nachteile an. Ziel wird es schließlich sein, die Ergebnisse des Workshops in unsere Institute einzubringen und soweit wie möglich umzusetzen. Ein- und weiterführende Literatur:
  • Götschel, Helene:. Perspektiven feministischer Lehre in naturwissenschaftlichen Studiengängen, in: Petersen, Barbara/Mauß, Bärbel (Hg.) (1998), Feministische Naturwissenschaftsforschung. Science und Fiction. Mössingen-Talheim: Talheimer Verlag.
  • Heintz, Bettina/ Nievergelt, Bernhard (Hg.) (1998). Wissenschafts- und Technikforschung in der Schweiz. Sondierungen einer neuen Disziplin. Zürich: Seismo.
Frauenforschung versus Geschlechterforschung: Ein kritisches Statement für den Bereich Naturwissenschaften und Technik 
A.O. Prof. Dipl.-Ing. Dr. Edeltraud Hanappi-Egger 
Samstag, 9.00 - 10.30 (Vortrag) 
Gerade Naturwischenschaft und Technik ist schon seit geraumer Zeit aus feministischer Sicht ein sehr kritikwürdiger Bereich. Diese Kritik bezieht sich zum einen auf die Ausschließungsmechanismen von Frauen, zum anderen auf den theoretischen und methodischen Ansatz. Unter diesem Aspekt beschäftigt sich der Vortrag mit der Frage, welche Existenzberechtigung die Forderung nach Frauenforschung für den Bereich Naturwissenschaften und Technik hat bzw. inwieweit der neue Ansatz der Geschlechterforschung neue und/oder andere Facetten in die aktuelle Diskussion einbringt. 
"Unklar ist, was Weibchen veranlaßt, solche Gruppen zu bilden...."* Was vermitteln Bio-Lehrbücher? Karen Böhme, Friederike Hoffmann 
Samstag, 11.00 - 12.30 (Vortrag) 
Sprache ist, fast überall, das Medium der Informationsvermittlung. Wie hat sich aus einer allgemein verstehbaren Alltagssprache eine nur einzelnen zugängliche Sondersprache entwickeln können? Auf welche Art und Weise werden in diesem Spannungsverhältnis ethische bzw. gesellschaftliche Werte transportiert? Und vor allem, wer bestimmt, was und wie an welcher Stelle gesagt wird? Bio-Lehrbücher begleiten Generation um Generation von Biologie-Student/Innen durch ihr Studium. Verpackt in den Anschein der Objektivität werden dabei insbesondere in bezug auf das Geschlechterverhältnis Sichtweisen vermittelt, die dem Weltbild der Definitionsmächtigen entsprechen. Vorurteile wie u.a. weibliche Passivität und männliche Überlegenheit erhalten dadurch eine biologische "natürliche" Legitimation und prägen damit auch die Denkweise jedes neuen Studiengangs. In der Veranstaltung wird es einen kurzen Überblick über die Entwicklung einer Wissenschaftssprache geben. Anschließend stellen wir geschlechtshierarchische Darstellungsweisen in Zitaten aus Lehrbüchern verschiedener Fachdisziplinen der Biologie vor. In der Diskussion soll es um eigene Erfahrungen mit Gestaltungsmacht von Sprache in den Naturwissenschaften gehen und darum, welche Strategien es geben kann, als kritische Naturwissenschaftlerinnen mit dieser Problematik umzugehen. aus: Neuweiler, Gerhard: Biologie der Fledermäuse (1993), Thieme Verlag Stuttgart, S. 274
Frauen in der Chemie 1910-1945
Britta Görs und Mirjam Wiemeler 
Samstag, 14.00 - 15.30 (Vortrag) 
Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert entstanden neue Berufe, andere wiederum differenzierten sich, und der Ausbildungssektor veränderte sich ebenfalls. In dieser Zeit wurden immer mehr Frauen erwerbstätig. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erhielten sie die formale Zugangsberechtigung zum Studium. Die Diagnose der ungleichzeitigen und ungleichen Einbeziehung der Geschlechter in den Wissenschaftsbetrieb bildet den Ausgangspunkt unserer Arbeitsgruppe. Im Vergleich zu anderen Studiengängen studierten relativ viele Frauen Chemie. Bis 1933 behandelte ca. ein Drittel aller naturwissenschaftlichen Dissertationen, die von Frauen verfaßt wurden, eine chemische Fragestellung. Im ersten Teil unserer Arbeitsgruppe wollen wir verschiedene Berufswege promovierter Chemikerinnen, insbesondere in der chemischen Industrie, aufzeigen. Chemische Industrieberufe sind relativ junge Berufsgruppen. 1939 wurde der erste chemische Laboratoriumsberuf, der Chemielaborjungwerker, staatlich anerkannt. Es ist ein Anlernberuf mit einem vorwiegend manuellen Aufgabenfeld. Er "ist also praktisch der Handwerker des Laboratoriums". Einige Jahre später (1942) wurde der Lehrberuf Chemielaborant bzw. Chemielaborantin anerkannt. Beide Berufe Führten Hilfstätigkeiten für Chemiker im Laboratorium aus, ebenfalls in dieser Kategorie gehört der Schulberufs der Chemotechnikerin bzw. chemisch-technischen Assistentin und des Chemotechnikers bzw. chemisch-technischen Assistenten. Bis in die fünfziger Jahre hinein existierten für diese Ausbildung keine einheitlichen Richtlinien und Bezeichnungen. Es existierte in der chemischen Industrie ein Bedarf an der technischen Assistenz, für "mechanische Arbeiten im Laboratorium und Betrieben" wurden Hilfskräfte benötigt. Die chemische Industrie schuf somit in dem unteren Bereich der Hierarchie ein neues Tätigkeitsfeld, in dem die Vorläufer der heutigen Berufs der chemisch-technischen Assistentin angesiedelt waren. Der Herausbildung dieses Tätigkeitsfeldes von Frauen in der Chemie bildet den Gegenstand des zweiten Teil unserer Arbeitsgruppe. 
Frauenforschung in der Informatik: Die Situation in Österreich 
Hilga Tellioglu, Andrea Birbaumer 
Freitag, 9.00 - 10.30 (Vortrag) 
Die österreichische Situation der Frauenforschung in der Informatik ist durch eine Nicht-Tradition gekennzeichnet. Es fehlen Orte der Ausbildung, es fehlen deklarierte wie legitimierte Universitätsinstitute, die Frauenforschung betreiben. Die existierenden frauenforscherischen Ansätze sind vor allem durch Vereinzelung gekennzeichnet. Die fehlende Institutionalisierung einerseits und die geringe Anzahl von Forscherinnen in der Technik andererseits hat zur Folge, daß genderspezifische Forschung vom Engagement einzelner Frauen abhängt, die versuchen müssen, frauenrelevante Forschung quasi nebenbei zu betreiben. In Anbetracht dieser Situation wird auch verständlich, warum es kaum international sichtbare und anschlußfähige genderspezifische Forschung in der Informatik in Österreich gibt. Ingenieurwissenschaftliche Forschungsthemen, die im Sinne feministischer Theorien behandelt werden können, sind begrenzt. Andere Wissenschaftsdisziplinen lassen sich leichter mit Frauenforschung verknüpfen als die Informatik, die nicht nur eine junge Wissenschaft ist, sondern vor allem auch keine hinreichenden Erklärungsmodelle für frauenspezifische Fragestellungen anbieten kann. Das Methodenrepertoire technischer Richtungen ist fuer Frauenforschung nicht ausreichend. Einerseits die Beschraenktheit der rein ingenieurwissenschaftlichen Themenbereiche, andererseits die Frage nach der Zukunftsträchtigkeit solcher Forschungsfragen bedingen die kaum vorhandene Verankerung feministischer Forschung in der Informatik. Welche sind nun aber die Ressourcen, auf die aufzubauen lohnend wäre? Einige Forscherinnen aus verschiedenen Disziplinen, die sich inhaltlich mit Frauenforschung beschäftigen, als Protagonistinnen; ein interdisziplinäres Institut im Bereich Informatik als logischer Ort; eine Anzahl schon seit einiger Zeit angebotener Lehrveranstaltungen an den technischen Universitäten als Instanzen der Vermittlung; die Hartnäckigkeit einiger WissenschafterInnen, Frauengesichtspunkte in alle Forschungs- und Organisationszusammenhänge immer wieder einzubringen; die Versuche, Diplomarbeiten mit frauenspezifischen Fragestellungen anzuregen, zumindest aber einen frauenspezifischen Teil nahezulegen.
Integrierte Informationssysteme in der öffentlichen Verwaltung
Irene Krebs Brandenburgische TU Cottbus, Lehrstuhl Industrielle Informationstechnik 
Freitag, 11.00 - 12.30 (Vortrag) 
Häufig klagen Verwaltungen vor allem über organisatorische und finanzielle Engpässe; es fehlt eine gezielte Nutzung insbesondere der intern vorhandenen, d.h. gespeicherten Informationen. Erst auf der Grundlage von Daten, die sowohl für die Leitung der Verwaltung als auch für die jeweiligen Sachbearbeiter/innen zeitnah und am rechten Ort zur Verfügung stehen, lassen sich Prozesse in der Verwaltung erfolgreich verwirklichen. Als Grundlage für die Verwirklichung einer verwaltungsweiten Informationsversorgung dienen sogenannte integrierte Informationssysteme, die somit strategische Bedeutung erlangen. Verwaltungen, die sich in einen Reformprozess begeben haben, kommen früher oder später an den Punkt, wo sie die Bedeutung des Business Process Reengeneering erkennen, wobei jedoch die Umsetzung der Reformüberlegungen, also die Notwendigkeit zur Veränderung von Organisationsstrukturen, wesentlich von der Akzeptanz und der Qualifikation der Mitarbeiter/innen abhängen. Im Vortrag soll anhand praktischer Erfahrungen und Beispiele gezeigt werden, wie gerade aufgrund des hohen Frauenanteils in diesem Bereich Schwellenängste abgebaut werden können, wie speziell Frauen an der Gestaltung von Informationssystemen, die sie ja dann benutzen sollen, aktiv mitarbeiten können und wie seitens der Softwareentwicklung dieser Diskursbereich zu berücksichtigen wäre. Anmerkung: Die Autorin hat mehrere Informationssysteme in der öffentlichen Verwaltung bzw. in Dienstleistungseinrichtungen eingeführt und weiß darum etwas von den Befindlichkeiten der Frauen beim Umgang mit der Technik.
Cyberfeminism 
Nadja Faber, Carmen Massanek 
Freitag, 14.00 - 15.30 (Vortrag) 
Zielgruppe: Einsteigerinnen 
Was verbirgt sich hinter dem Begriff "Cyberfeminism"? Ist Feminismus im Cyberspace virtuell? Oder ist eine Frau mit Homepage eine Cyberfeministin? Welche Frauen bezeichnen sich selber als Cyberfeministinnen? Was für Debatten laufen im Internet unter dem Begriff? Der Begriff ist uns in verschiedenen Zusammenhängen aufgefallen, und uns fallen die unterschiedlichsten Assoziationen dazu ein. Gehört der Begriff Cyberfeminism zu dem heutigen Begriffsvalium? Da sich Cyberfeminism wohl nicht so einfach auf eine Definition reduzieren läßt und unterschiedlichstes beinhaltet, halten wir ein Prisma darauf und betrachten das ganze Spektrum an Farben und Intensitäten, welches sich uns in der Cyberwelt zeigt. Einige häufig und kontrovers geführte Debatten befassen sich mit den Geschlechter-grenzen/ -rollen, Androzentrismus, Frauen und Macht, Sprache und sexueller Freiheit oder Diskriminierung in der virtuellen Welt. Eine spannende Frage ist, inwiefern das Medium Internet sich als Aktionsraum für Frauen nutzen läßt, und ob neue und alte Perspektiven/Utopien sich dort realisieren lassen?
Where is the Science in Computer Science? 
Frances Grundy, University of Keele, GB 
Friday, 4.00 - 5.30 P.M. (Paper) 
For women speaking English and having interest in computers (hope, we´ll get a translator...) In this seminar I will examine the influence of traditional science on computing. Using the work of Evelyn Fox Keller and others we shall look first at the sexual metaphors in Platonic science, the experimental science of Francis Bacon and other Western seventeenth century philosophies. We will then look at other factors such as the role of witchcraft and objectivity and the way these affect our view of sience, scientists and gender today. In the second part of the seminar I shall address the question of why computing in the English speaking world is called ‚computer science' and branches of it called ‚engineering'. I shall examine how the development of computing has been influenced by the scientific method particulary with respect to a class of beliefs labelled ‚objectivism'. The German word Informatik is translated into English as ‚computer science' so we shall discuss the consequences of the use of this term in non-English speaking countries. Wir suchen noch eine Übersetzerin oder Frau mit guten Englisch- und Computerkenntnissen für diesen Vortrag !!!
Workshop: Gute Seiten, Schlechte Seiten 
Karen Liesenfeld 
Samstag, 9.00 - 12.30 (Workshop)
Zielgruppe: Frauen mit Interneterfahrung (max. 2/PC) 
Mit dem Workshop möchte ich Frauen ansprechen, die sich schon eine Weile im Internet umsehen und jetzt endlich eine eigene Homepage einrichten oder die eigene Firma auf einer virtuellen Webseite präsentieren wollen. Diese Veranstaltung soll aus einer Mischung von Theorie und Praxis die ersten Schritte zu einer eigenen Hompage aufzeigen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Gestaltung und ihrer technischen Umsetzung mittels entsprechender Software. Ich stelle mir einen Workshop vor, der neben dem Theorieteil auch die praktische Umsetzung mit max. zwei Frauen an einem vernetzten PC, der auch einen Internetzugang hat, ermöglicht. Schön wäre es, wenn die Teilnehmerinnen ihre kreierten Seiten ins Internet stellen würden, um es für eine Weile abrufen zu können.
Vortrag und Diskussion zum Thema Kryptographie
Birgit Hullmann 
Samstag, 14.00 - 15.30 (Vortrag)
Zielgruppe: Einsteigerinnen 
Seit Jahren war das Thema Kryptographie mehr eine Thema für Geheimdienste Das Thema war so Top Secret, daß bis in die siebziger Jahre hinein kein Privatmensch was über dies Thema wußte. Doch seitdem sich mehr und mehr das Internet in die privaten Haushalte Einzug verschafft, ist dies ein Thema geworden, daß uns alle angehen sollte. Vor allen sind für alle angehenden Naturwissentschaftlerinnen besonders Informatikerinnen, Mathemathikerinnen, Elektrotechnikerinnen o. mit Kryptographie-Kenntnissen die Chancen einen Job nach dem Studium zu finden besonders groß. In meinem Vortrag werde ich über sichere Verschlüsselungsverfahren und Anwendungen PGP referieren. Außerdem werde ich gängige Begriffe wie digitale Signatur public Key Kryptographie klären, ohne daß besondere mathematische Kenntnisse notwendig sind. Selbstverständlich wären zahlentheoretische Kenntnisse von Vorteil aber kein MUß. Zum Thema Datensicherheit werde ich über das deutsche Signaturgesetz, daß seit letzten Jahr in Kraft ist informieren. Im Anschluß möchte ich Gelegenheit dazu geben über das Thema Datensicherheit im Internet in Hinblick auf das Signaturgesetz zu diskutieren. 
Arbeitsschwerpunkt im Projektlabor Computeranwendungen 
Elke Seibt, Cornelia Huck 
Samstag, 16.00 - 17.30 (Vortrag und Erfahrungsaustausch, max. 15 Frauen)
Vortrag von Studentinnen über ihre Arbeit und Erfahrungsaustausch mit Frauen aus ähnlichen Bereichen. Für Frauen mit Erfahrungen auf dem Gebiet Computerlabor für Studentinnen, Schülerinnen oder beruferfahrene Frauen. (Vortragsbeschreibung lag bei Redaktionsschluß noch nicht vor) 
EDV-spezifische Projekte für Frauen und Mädchen
Sibylle Hädrich-Meyer, Martina Meyer zur Heyde, Evelyn TegelerWerkstatt für Weiterbildung Lippe e.V.Freitag, 9.00 - 10.30 (Vortrag)
Die drei Referentinnen arbeiten in einem Weiterbildungsverein, der eng mit den Weiterbildungsinstitutionen und Schulen der Region zusammenarbeitet. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit führen wir auch Projekte im Bereich der berufsorientierten Weiterbildung für Frauen und Mädchen durch. Neben allgemeinen Themen wie z.B. Bewerbungstraining liegt unser Schwerpunkt dabei im Bereich der EDV. In dieser Veranstaltung wollen wir zwei dieser Projekte näher vorstellen: Eine einjährige, halbtägige Maßnahme zur Wiedereingliederung von Frauen nach der Familienphase in das Berufsleben. In dieser Maßnahme werden die Teilnehmerinnen zu EDV-Anwendungsbera-terinnen ausgebildet. Ein Computer-Schraubkurs speziell für Mädchen, in dem die Mädchen aus mehreren alten Rechnern und etwas dazugekaufter Hardware einige gebrauchsfähige Rechner für sich und ihre Klasse zusammenbauen können.
Fließende Grenzen Vorstellung des 26. Kongresses FiNuT 2000 in Hamburg 
Sabine Koehler, Helene Goetschel, u.a. 
Freitag, 11.00 - 12.30 (Vortrag) 
Der Kongress im Jahr 2000 wird hoch im Norden in der Hansestadt Hamburg stattfinden, in einer Stadt, die mehr Brücken besitzt als Venedig und deren EinwohnerInnen zu 17% aus MigrantInnen besteht. Daher liegt es nahe, daß wir uns auf dem Kongress 2000 unter dem Motte "Fließende Grenzen" schwerpunktmäßig und aus Sicht von Naturwissenschaftlerinnen und Technikerinnen mit dem Phänomen "Wasser" und dem Thema "Migration" auseinandersetzen wollen. Die Vorbereitungsgruppe arbeitet bereits voller Enthusiasmus an einem spannenden Kongress-Programm. Wir wollen die Veranstaltung nutzen, um über die Arbeit der Vorbereitungsgruppe zu informieren und um Euch auf den Kongress in der "nordischen Metropole" neugierig zu machen. Gleichzeitig wollen wir die Kongressvorstellung nutzen, um Frauen kennenzulernen, die sich an der Vorbereitung beteiligen möchten oder als Referentinnen bereits zu den genannten Schwerpunkten gearbeitet haben. Auch freuen wir uns über Kontakte zu regionalen Frauengruppen un Frauenprojekten.
"Ohne Auto könnt´ ich hier nicht leben" - Lebensgestaltung und Mobilität von Frauen im Umfeld der Städte 
Caroline Kramer, Dr. Anina Mischau 
Freitag, 14.00 - 15.30 (Vortrag)
Mobilität und Verkehrsplanung zählen zu den zentralen Themen der Stadt- und Regionalplanung und stellen die Felder dar, auf denen man zur Zeit versucht, Ansätze zu einer nachhaltigen Entwicklung zu verwirklichen. In diesem Vortrag werden einige Ergebnisse aus einer Studie vorgestellt, in der der Mobilitätsbedarf und das Mobilitätsverhalten von Frauen in zwei suburbanen Kreisen untersucht wurde. Interessanterweise zeigte sich, daß die befragten Frauen in weitaus größerem Maße zu den "choice riders" (freie Wahl der Verkehrsmittel) zählen als dies in den bisherigen Studien zur geschlechtsspezifischen Mobilität dargestellt wurde. Die Nutzung des PKWs ist - der Verfügbarkeit entsprechend - hoch. Besonders für erwerbstätige Frauen und Frauen mit Kindern stellt der ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr) - laut dieser Befragung kein adäquates Verkehrsmittel dar. In der Studie wurde ebenfalls den Gründen für die geringe Nutzung des ÖPNVs nachgegangen. Auch konnten Frauen Verbesserungsvorschläge äußern, die aus ihrer Sicht die Nutzung des ÖPNVs steigern könnten. Somit kann ein umfassender Eindruck über Mobilitätsbedarf und -gestaltung von Frauen in Gemeinden im Umfeld der Städte gewonnen werden, aus der sich - auch unter dem Aspekt einer nachhaltigen Entwicklung wichtige Impulse für eine weitergehende Diskussion um frauenspezifische Belange in der Verkehrsplanung gerade im ländlichen Raum ergeben
500 Tage Europa - Ein Erfahrungsbericht 
Kristiane Schmidt 
Freitag, 16.00 - 17.30 (Vortrag) 
Europa, offene Grenzen, Mobilität - vielgeliebte Schlagworte deutscher PolitikerInnen und ArbeitgeberInnen. Was aber bedeutet es, diese Begriffe tatsächlich zu leben? Ich arbeite seit rund 500 Tagen als Post-doc an einer niederländischen Universität. Meine Stelle gehört zu einem von der EU finanzierten Netzwerk, in dem 5 verschiedene Forschungsgruppen aus ganz Europa zusammen arbeiten. Ausgehend von meinen Erfahrungen möchte ich mit Euch diskutieren, was es bedeutet, für längere Zeit in einem anderen Land zu leben, in einer fremden Sprache zu kommunizieren, andere Regeln, Normen und Werte, wie z.B. männlich - weibliche Rollenzuschreibungen, kennenzulernen. Wie verändert sich mein Blick auf mein Herkunftsland? Wieweit kann und will ich mich anpassen? Wo sind die Grenzen der Mobilität? Neben diesem Erfahrungsaustausch möchte ich Euch auch praktische Informationen bieten: Wie offen sind Europas Grenzen wirklich? Wie kommt frau an einen Job bzw. ein Stipendium für einen Forschungsaufenthalt oder ein Studium in ihrem Traumland? Welche Informationsquellen gibt es? 
Von Spanten, Latten und wachsenden Unterarmen 
Eva Tulp 
Samstag 9.00 - 10.30 (Diavortrag) 
Diavortrag zur Entstehung eines Kajaks Es war einmal eine Ingenieurin, die wurde arbeitslos und ging nach Berlin. Sie machte sich daran, einen Traum zu verwirklichen......
Das Frauen-Technologie-Programm Villach: Konzeption und erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt 
Christine Wächter, Interuniversitäres Forschungszentrum Graz 
Samstag, 11.00 - 12.30 (Vortrag) 
Der wirtschaftspolitische Schwerpunkt der im Süden des österreichischen Bundeslandes Kärnten liegenden Stadt Villach "Electronic Cluster Villach" sowie die bildungspolitischen Aktivitäten zum Ausbau Villachs als Fachhochschulstandort sollen als Gelegenheit wahrgenommen werden, diese mit frauenpolitischen und hier insbesondere arbeitsmarktpolitischen Anliegen zu verknüpfen und damit sicherzustellen, daß Frauen Berufs- und Karrierechancen in einer zukunftsträchtigen Branche in der Region wahrnehmen können.Im Rahmen eines einjährigen Forschungsprojekts sollen deshalb für die Region Villach Maßnahmen zur Erhöhung des Frauenanteils in hochqualifizierten technischen Berufen geplant und umgesetzt werden. Die Erfahrungen aus diesem Modellprojekt sollen für Gesamt-Österreich fruchtbar gemacht werden. Neben qualitativen Interviews in Schulen und Betrieben sollen drei Workshops die relevanten AkteurInnen in das Projekt einbinden sowie einen Erfahrungsaustausch mit ähnlichen bundesdeutschen Projekten ermöglichen. Ich möchte erste Ergebnisse aus dem Start-Workshop und der Interviewphase präsentieren sowie inhaltliche und methodische Überlegungen zur Diskussion stellen. Besonders wichtig ist mir dabei ein Austausch mit Frauen, die bereits Erfahrungen mit ähnlichen Projekten haben. 
Frauen - Einkauf - Zentren 
Susanne Feuerbach, Simone Kaufer 
Samstag, 14.00 - 15.30 Vortrag) 
Der FOPA Rhein-Main e.V. (Feministische Organisation von Planerinnen und Archtektinnen stellt sich und sein neuestes Projekt vor: Am Ausgangspunkt unseres Interessess standen innerstädtische und periphere Einkaufszentren und welche Möglichkeiten sie für Frauen bieten. Vor allem die sog. A-Gruppen (Arme, Alte, Alleinerziehende, Arbeitslose, Autolose) nehmen wir in den Blick, da sie einen sehr hohen Frauenanteil aufweisen. Die Zeil/Frankfurt als typisches Innenstadtzentrum und das Main-Taunus-Zentrum (MTZ) als peripheres Einkaufszentrum auf der "grünen Wiese" wurde exemplarisch ausgewählt. Obwohl alle Expertinnen Frauen als die Gruppe ausmachten, die den Großteil aller Einkäufe erledigt, konnten sie fast keine geschlechtsspezifischen Aussagen über Verhalten oder Wünsche von Frauen treffen. Im Hinblick auf A-Gruppen lassen sich noch größere Forschungsdefizite nachweisen. Frauen sind von Konzentrationsprozessen des Einzelhandels stärker betroffen, da hierdurch zeitliche und organisatorische Anforderungen des Einkaufs gestiegen sind.
Wissen und Nutzung von Wildpflanzen aus Frauenhand - Nutzen oder Ausnutzen? Vorstellung eines Projekts in/aus Namibia 
Dipl.-Biol. Simone Bechtel 
Samstag, 16.00 - 17.30 (Vortrag) 
Das Wissen über den Gebrauch von Wildpflanzenarten ist in Namibia rar geworden. Kulturelle und sozio-oekonomische Veränderungen, u.a. durch die Deutsche-Kolonialzeit ausgelöst sowie Landflucht heute, führen zu Brüchen traditionellen Wissens. Dennoch ist es immer wieder möglich Frauen zu treffen, die über die Verarbeitung und Verwendung von Wildpflanzen zu medizinischen Zwecken oder zur Lebensmit telverarbeitung Bescheid wissen. In diesem Workshop soll aus persönlichen Erfahrungen und Eindrücken aus dem sogenannten "Dritte Welt Land" Namibia berichtet werden und in das Leben der Frauen ein Einblick gegeben werden. Ein Projekt zur nachhaltigen Beseitigung der Verbuschung und Armut in den kommunalen Gebieten soll vorgestellt werden. Ziel des Projektes ist, landwirtschaftlich nicht mehr nutzbare Gebiete, die durch Verbuschung gekennzeichnet sind, durch die Aktivierung traditioneller Nutzung der Problem Wildpflanzen, wieder nutzbar zu machen. Im Workshop soll vorallen über die Rolle der Frauen und deren Perspektiven gesprochen werden.
Vereinsvorstellung NuT e.V. 
Dörte Hinz + Gundula Pause
Freitag, 9.00 - 10.30 (Vortrag
Der Verein wurde 1988 auf dem jährlich stattfindenden Kongreß von Frauen in Naturwissenschaft und Technik aus dem Bedürfnis heraus gegründet, eine kontinuierliche Interessenvertretung von Naturwissenschaftlerinnen und Ingenieurinnen in der Öffentlichkeit zu ermöglichen. Vereinsziele und -aufgaben sind:
  • Förderung und Unterstützung von Frauen in Naturwissenschaft und Technik
  • Sensibilisierung für die widersprüchlichen Lebenszusammenhänge von Frauen in von Männern geprägten Berufen
  • Abbau der Diskriminierung von Frauen in Ausbildung und Beruf
  • Feministische Kritik an Naturwissenschaft und Technik
  • Öffentlichkeitsarbeit zu den Auswirkungen männerdominierter Naturwissenschaft und Technik
  • Förderung der Entwicklung umwelt- und sozialverträglicher Alternativen in Naturwissenschaft und Technik
  • Informationsaustausch
  • interdisziplinäre Zusammenarbeit von Frauen unterschiedlicher Fachrichtungen
Mitfrauen kommen aus naturwissenschaftlich-technischen Bereichen wie Biologie, Chemie, Physik, Technischer Umweltschutz, Informatik, Agrarwissenschaft, Mathematik und Verfahrenstechnik. Sie studieren oder sind im öffentlichen Dienst, in der Privatwirtschaft, in Forschung und Lehre oder als Selbständige tätig. Willkommen ist bei NUT jede Frau aus Naturwissenschaft und Technik. Die Mitgliederversammlungen finden bundesweit an verschiedenen Orten statt - eine auf dem alljährlichen Kongreß "Frauen in Naturwissenschaft und Technik". Die anderen kombinieren wir mit Fachtagungen zu gesellschafts- und vereinsrelevanten Themen. Weitere inhaltliche Arbeit des Vereins findet in bundesweiten AG's und in regionalen Zusammenhängen statt, aktuelle Themen sind:
  • Feministische Naturwissenschaftskritik
  • Nachhaltige Entwicklung
  • Informationstechnologien
  • Frauennetzwerke
  • Forschungs- und Technologiepolitik
Der Verein vermittelt Fachfrauen für naturwissenschaftliche und frauenspezifische Themen, die Vorträge oder andere Honorartätigkeiten übernehmen. Zwischen den Mitgliederversammlungen erscheint dreimal jährlich ein Rundbrief mit Berichten, Diskussionsbeiträgen und vielen aktuellen Informationen. In der NUT-Schriftenreihe veröffentlicht der Verein feministische Arbeiten von Frauen in Naturwissenschaft und Technik. Analysen, Forderungen und Utopien aus dem Themenspektrum der Vereinsarbeit werden zur Diskussion gestellt.
Erfahrungsaustausch Kongreßvorbereitung 
Sonja Schwientek u.a. (FiNuT- 98 -Vorbereitungs-gruppe) 
Freitag, 11.00 - 12.30 
Wir, die Frauen der Vorbereitungsgruppe Mainz, würden gerne unsere Erfahrungen und Eindrücke vom letzten Kongreß weitergeben. Daher möchten wir uns in einer großen Runde treffen, mit neuen oder interessierten und natürlich mit anderen ehemaligen Vorbereitungsfrauen. (Ergänzung der Darmstädter Gruppe: Es wäre schön, wenn ganz, ganz viele ehemalige Organisatorinnen dabei sind, und noch viel, viel toller wäre es, wenn jede, die etwas dazu beizutragen hat, etwas Schriftliches mitbringen könnte, damit ich nicht so viel mitschreiben muß. Die Darmstädter Gruppe plant nämlich die Erstellung eines Kongress-Readers, damit nicht jede Orga-Gruppe wieder bei Null anfangen muß, und ich möchte dieses Treffen zum Kennenlernen und Sammeln von Informationen nutzen. Eisi, ABM, FiNuT-99-Büro)
Was bietet die IG Metall für Frauen? 
Gudrun Müller 
Freitag, 14.00 - 15.30 (Vortrag) 
... wird sich schon manche gefragt haben. Grund genug, einmal geneuer hinzuschauen, welchen Beitrag die Gewerkschaft IG Metall zur Chancengleichheit für Frauen in den Unternehmen leistet. In dieser Veranstaltung werden zum einen theoretische Ansätze vorgestellt, auf denen die Arbeit der Abteilung Frauenpolitik bei der IG Metall basiert. Zum anderen gibt sie einen Einblick in die konkrete Arbeit:
  • Was sind die aktuellen Themen, mit denen sich Frauen in der IG Metall und in den einzelnen Betrieben beschäftigen ?
  • Welche gleichstellungspolitischen Projekte werden von Betriebsrätinnen in den Unternehmen initiiert ?
  • Wie sieht die Arbeit in Netzwerken aus ?
Hier sind auch die Teilnehmerinnen des Kongresses gefragt: Was erwarten Frauen aus den Bereichen Naturwissenschaft und Technik von den Gewerkschaften und insbesondere von der IG Metall ?
Die Rede über Netze aus feministischer Sicht 
Tanja Paulitz 
Samstag, 11.00 - 12.30 (Vortrag)
Kaum ein Wort ist derzeit so populär wie "das Netz". Egal, ob von der Strategie für Politik, von der Professionalisierung von Frauen oder von der Organisation des sozialen Lebens die Rede ist, das Netz erscheint als universelles Zauberwort oder als Damoklesschwert subtiler Vereinnahmung. Zu hören ist ein deutlicher Imperativ: Die Vernetzung von Frauen quer durch die Hierarchien, Institutionen und Projekte soll frauenpolitische Ziele befördern. Berufsnetzwerke für Frauen sollen die Seilschaften der Männer ersetzen. Die kleinen Solidarnetze im Sozialen sollen vor zunehmender Entfremdung schützen und flexible Strukturen der Unterstützung bieten. In dieser Situation stellen sich eine Reihe von Fragen: Was ist eigentliche mit "dem Netz" gemeint? Wie wird Vernetzung zum Thema gemacht? Wo überall finden sich Netze und wozu? Wie wird Geschlecht in Zusammenhang mit Vernetzung konstruiert? Welche Rolle spielt die Informationstechnologie? Weit davon entfernt, diese Fragen restlos beantworten zu können, möchte ich mit Euch anhand von Textbeispielen diskutieren, was in der Rede über Netze für uns selbstverständlich, normal und hinterfragbar geworden ist. Welche Machtwirkungen zeigen sich in dieser "Norm", die im Alltag nicht mehr in den Blick geraten. Mentoring für Frauen.
Das Projekt "MentorinnenNetzwerk" für Frauen in naturwissenschaftlich-technischen Fächern an hessischen Universitäten und Fachhochschulen" 
Linda Steger, Hanne Schäfer Koordinatorinnen des Projekts an den Standorten FH Frankfurt und TU Darmstadt 
Samstag, 14.00 - 15.30 
In diesem Workshop stellen wir den bisherigen Aufbau des Projekts "MentorinnenNetzwerk" für Frauen in naturwissenschaftlich-technischen Fächern an hessischen Universitäten und Fachhochschulen" vor. Das "MentorinnenNetzwerk" zielt darauf ab, Frauen im Studium und in den Übergangsphasen von der Schule zur Hochschule bzw. vom Studium in den Beruf kompetent und in persönlichem Kontakt zu fördern. Dazu werden junge Frauen aus Schule und Hochschule (Mentees) mit berufserfahrenen Frauen aus Wirtschaft und Wissenschaft (Mentorinnen) zusammengeführt. Das "MentorinnenNetzwerk" ist ein Modellprojekt, das zunächst für zwei Jahre an der Technischen Universität Darmstadt und der Fachhochschule Frankfurt am Main angelegt ist und wissenschaftlich begleitet wird. Bei erfolgreichem Verlauf ist eine Ausdehnung auf alle hessischen Hochschulen geplant. Grundlage der anschließenden Diskussion bildet die Frage, inwieweit das Konzept des "MentorinnenNetzwerks" auf andere Institutionen übertragbar ist.
Netzwerktreffen der Verbände, Vereine und Projekte 
Wenka Wentzel, "Frauen geben Technik neue Impulse" 
Samstag, 16.00 - 17.30 
Die Projektlaufzeit der Initiative und Koordinierungsstelle "Frauen geben Technik neue Impulse" wird im Dezember 1999 enden. Aufgrund des baldigen Ablaufes des Projektes soll auf dem Netzwerktreffen eine Auswertung der Arbeit der Koordinierungsstelle vorgenommen werden und über die Möglichkeiten der Fortführung der Arbeit reflektiert werden. Dies erfolgt auf dem Hintergrund der Darstellung der Arbeitschwerpunkte der Koordinierungsstelle. Themen für eine darauf folgende Diskussion sind: -die Schwerpunktsetzung der Arbeit der Koordinierungsstelle: Sollten andere Prioritäten gesetzt werden bzw. können in bestimmten Themengebieten Abstriche gemacht werden? Wo können die Frauen-Technik-Vereine und -Verbände stärker integriert werden?
  • die Ermöglichung der Fortführung der Arbeit der Initiative und Koordinierungsstelle. Welchen Beitrag können die Verbände und Vereine dazu leisten? Konzepte über die mögliche Organisationsform der Weiterführung werden vorgestellt.
    wie, wann, wo und wie oft sollten weitere Netzwerktreffen durchgeführt werden? In welcher Form sollte die Koordinierungsstelle sich daran beteiligen?
Netzwerk feministisch und / oder interdisziplinär orientierter Arbeitskreise 
Bärbel Mauß, Berlin & Barbara Petersen, Bonn 
Freitag, 16.00 - 17.30 Samstag, 16.00 - 17.30 oder Samstag, 18.00 - 19.30 (stand bei Redaktionsschluß noch nicht fest)
Wir möchten den Kongreß nutzen, um unseren Arbeitskreis "Feministische Naturwissenschaftsforschung und -kritik" vorzustellen und interessierte Frauen anzuregen, ähnliche Gruppen ins Leben zu rufen. Zugleich wollen wir nach weiteren Arbeitskreisen Ausschau halten und uns mit denjenigen Frauen austauschen, die sich im letzten Jahr im Anschluß an die damalige Veranstaltung zusammengeschlossen haben (hallo Berlin und Wien!) und ein Forum für Vernetzungen zwischen einzelnen Arbeitskreisen bieten. Wir sind eine Gruppe vorwiegend "naturwissenschaftlich sozialisierter" Fachfrauen, die sich aus feministischen Perspektiven kritisch mit den Naturwissenschaften auseinandersetzen und überwiegend in geistes- oder gesellschaftswissenschaftlichen Disziplinen forschen / promovieren. Unsere Projekte lassen sich daher nur schwer in die bestehenden (Wissenschafts-) Strukturen einbinden. Mit dem Arbeitskreis haben wir uns ein Diskussionsforum geschaffen, in dem wir unsere Dissertationen, Lehrerfahrungen, Veröffentlichungen u.ä. inhaltlich und methodisch konstruktiv diskutieren können; außerdem entwerfen und realisieren wir gemeinsame Projekte und ermuntern uns gegenseitig, diesen noch immer neuen Weg "zwischen den Wissenschaften" zu gehen. Also, Frauen, kommt zahlreich und vernetzt Euch auch! 
"Fachübergreifende Kontaktbörse Raum- und Umweltplanung" 
Aue Birgit
Samstag, 18.00 - 19.30 
Mit dieser Veranstaltung möchte ich eine Rahmen schaffen, damit sich Frauen, die in Raum- und Umweltplanung tätig sein wollen, kennenlernen und Kontakte knüpfen können. Da diese Tätigkeiten per se interdisziplinär orientiert sind, wäre es schön, wenn sich möglichst viele Beteiligte aus verschiedenen Bereichen, die von den Planungen berührt werden wie Siedlungsentwicklung und Städtebau, Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz und Landschaftsplanung, aber auch Rechtswesen, Soziales und Kultur, zusammenfinden. Ziel dieser Kontaktbörse könnte der Aufbau eines Netzwerkes sein, um Ansprechpartnerinnen in den verschiedenen Fachgebieten zu gewinnen und ein sinnvolles Gegengewicht zu alterprobten Männerbünden zu bilden. Falls ihr zahlreich erscheint, wären regionale Kontaktgruppen mit bundesweiter Vernetzung natürlich am idealsten. 
Fachgruppentreffen: Landwirtschaft / Agrarwissenschaften 
Wortmann Anke 
Samstag, 18.00 - 19.30 
Ich möchte mich auf diesem Kongress gerne mit Fachfrauen (Studierende, Arbeitende, Forschende,....) treffen und austauschen. Mich interessiert eine Diskussion und (Weiter-) Entwicklung von feministischer Theorie und Praxis von landwirtschaftlichen / agrarwissenschaftlichen Themen wie z.B.
  • grüne Gentechnik
  • ökologische Landwirtschaft
  • nachhaltige Entwicklung
  • das interdisziplinäre Poetential der Agrarwissenschaft

  • usw.
Vielleicht ja auch über den Kongress hinaus? Austauschtreffen "Umweltpädagogik"
Ulrike Braun 
Samstag, 18.00 - 19.30 
Ich bin seit kurzem bei einem Schulbauernhof als Biologin angestellt (auf ABM-Basis), der Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit bieten soll, durch Mitarbeit bei anfallenden Arbeiten und durch spezielle Projekte wie Bodenuntersuchungen ein Verständnis für ökologische Zusammenhänge zu entwickeln und ihr Eingebunden - Sein - in - die - Welt zu be-greifen. Ich wünsche mir einen Austausch mit anderen Frauen/Lesben, die im Bereich der "Umweltpädagogik" arbeiten oder arbeiten möchten. Einige Fragen, die mich interessieren (Vielleicht habt ihr ja noch ganz andere Fragen):
  • Was seht ihr als das Ziel eurer Arbeit an und wie versucht ihr, es zu erreichen?
  • (Wie) bringt ihr gesellschaftskritische Einschätzungen in eure Arbeit ein?
  • (Wie) bringt ihr spirituelle Ansätze in eure Arbeit ein?

  • Wie sind die Arbeitsbedingungen von freiberuflichen Umweltpädagoginnen?
Fachgruppentreffen Geowissenschafterinnen 
Annegret Thieken
Samstag, 18.00 - 19.30 
Wie immer soll diese Fachgruppentreffen dazu dienen, daß sich Geowissenschafterinnen aus den verschiedensten Bereichen kennenlernen und sich über Studium, Forschung, Beruf usw. austauschen
Wie verändert Computerarbeit unsere Wahrnehmung, unser Körpergefühl und Handlungsmöglichkeiten? - Annäherung an diese komplexe Frage 
Barbara Kleinen und Ingrid Rügge 
Freitag, 9.00 - 12.30 (Workshop, max. 20) 
Durch einfache Körperübungen aus den Bereichen Tai Chi/Shiatsu und mittels eines Impulsreferats über Shiatsu - der "Kunst des Berührens" im wörtlichen Sinne, und damit über die Bedeutung und Spannweite direkter Berührung - werden wir deutlich machen, was die Asiaten mit "Ki" und "Dan Tien" (Körpermittelpunkt, zwei Daumen unter dem Nabel) meinen. Im Dan Tien zu zentrieren und Ki spürbar zu machen, ist für die meisten gar nicht so schwierig, so daß alle Teilnehmerinnen dies Erfahrung auch teilen können. Dem gegenüber stellen wir mittels einer Phantasiereise unsere alltägliche Arbeitssituation vorm Computer, bei der Schreibtischarbeit und in der computervermittelten Kommunikation. Aus diesem Spannungsfeld wollen wir gemeinsam die Unterschiede herausarbeiten, die jede einzelne sieht, zwischen dem, was möglich ist und was alltäglich. So kommen wir (vielleicht) zu einem bewußteren Umgang mit uns selbst und mit unseren technisch vermittelten Arbeitssituationen sowie zu konkreten Anforderungen an die Gestaltung von Technik kommen.
Mondblut feiern oder wie die Züricherinnen zu ihren Menstruationshütten kamen 
Alwine Witte 
Freitag, 14.00 - 15.30
Die Stadt Zürich geht ganz neue Frauenwege und hat mit der Unterstützung des Projekts Gaia Menstruationshütten realisiert, von den Frauen vor Jahren nur geträumt haben. Und alles fing damit an, daß viele Züricherinnen es satt hatten, ihre Menstruationstage griesgrämig zu verbringen oder sie gar zu verschweigen und so zu tun, als hätten sie gar keinen Zyklus. Es kam zur Forderung nach Menstruationshütten in allen Stadtquartieren. Mit lustigen und phantasievollen Aktionen wurde dieses Anliegen untermauert und in die Öffentlichkeit getragen. Bis in den Gemeinderat, wo das Projekt glanzvolle Unterstützung bekam. Ein Stück utopische Frauengeschichte. Nach dem Film stelle ich kurz meine kommentierte Bücherliste zum Thema Menstruation vor und möchte mit euch darüber diskutieren auch über mögliche Forschungsansätze und unsere Utopien. 
Conceiving Ada oder Leidenschaftliche Berechnung 
Dagmar Heymann 
Freitag, 16.00 - 17.30.( Videovorführung)
Computerspezialistin trifft Ada Lovelace virtuell (wirklich nur virtuell) mit überraschendem Ergebnis 
Positiv wollen wir den Tag beginnen 
Karin Diegelfrau 
Samstag, 9.00 - 10.00
Eine Stunde Aufwach- und Entspannungsübungen für Körper, Geist und Seele. Ein Arrangement aus Wohlfühltechniken kombiniert mit Elementen aus Brain-Gym und Meditationen, sowie eigene Kreationen. Leichte, lustige Bewegungen, Tanz, Tönen und Lachen gehören auch dazu. Bitte warme Decke oder warme Socken mitbringen und einen Schreibstift.
Yoga gegen Rückenschmerzen 
Elisabeth Jensen 
Samstag, 14.00 - 15.30
.... umfaßt einfache Übungen zur Vorbeugung von Rückenschmerzen sowie Atem- und EntspannungsÜbungen. Verschiedene Bewegungen (Asanas), die besonders der Aufrichtung der Wirbelsäule und damit der Körperhaltung dienen, kräftigen und dehnen zugleich die (Rücken-, Brust-, Bauch- und Hüft-) Muskulatur, lösen die Verspannungen und massieren die inneren Organe. Alle Yogaübungen werden langsam und konzentriert in Kombination mit bewußter Atmung durchgeführt. Ein weiterer Fokus liegt in der Betonung der Einheit von Körper, Geist und Seele. Kein anderes System integriert so stark die Psyche in körperlichen Übungen wie Yoga. Bei Rückenproblemen ist dies ein wichtiger Faktor, weil viele Menschen auf psychische Belastungen mit Muskelverspannungen reagieren. Die Verbesserung der körperlichen Funktionen steht in Wechselwirkung mit der Steigerung der psychischen Verfassung. 
Yoga für Energie und Harmonie 
Elisabeth Jensen 
Samstag, 16.00 - 17.30 
Durch gezielte Yoga-, Asanas-, Atem- und Meditationsübungen lernen wir in diesem Kurs unsere Energie positiv auszurichten, zu stärken und die daraus resultierende Kraft zu spüren und bewußt in Alltag für uns einzusetzen. Wir werden vom Streß befreit. Bitte bringt Wohlfühl-Kleidung, Isomatte und/oder Decken, dicke Socken oder Gymnastikschuhe mit.



Letze Änderung 5.5.99